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Fokus 2024

Armut

Besonders die Anzahl der Personen mit SGB II-Bezug ist weiter steigend. Hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten im Kreis sind ein Faktor für Armutsgefährdung. Das Land und der Bund haben einen besonderen Handlungsschwerpunkt auf das Armutsrisiko von Kindern und Jugendlichen gelegt.

Hand steckt Münze in Sparschwein

Wechselwirkungen mit anderen Handlungsfeldern:

Wohnen Bildung Zuwanderung und Integration

3,6 %

Altersarmut

22.700

Menschen in Bedarfsgemeinschaften

46.837 €

durchschnittliches Einkommen

Platz 186

von bundesweit 401 bei der Überschuldung der Bevölkerung

Wie die Werte unter Zahlen, Daten und Fakten zeigen, sind die Wohn- und Lebens­haltungs­kosten im Kreis hoch, was auch potenzielle Faktoren für Armuts­gefährdung sind. Wie schon im Handlungs­feld Wohnen beschrieben, steigen die Preise für Neu­vermietungen weiter. Wenn Menschen mit geringem Ein­kommen umziehen müssen, bedeutet dies in den meisten Fällen deutlich höhere Kosten. Auch die im Handlungs­feld Wohnen erwähnte Kommunale Wohnungs­agentur könnte für Menschen aus Wohnungs­losigkeit oder mit Schufa-Einträgen ein Ansatz sein.

Die Tafeln im Kreis haben im vergangenen Jahr eine größere Anzahl an Menschen versorgt. Dies wird mit der gestiegenen Inflation und dem weiteren Zuzug von geflüchteten Menschen erklärt. Insgesamt ist die Situation der Tafeln seit der Corona-Krise und dem Ukraine-Krieg deutlich heraufordernder. Zukünftig könnte der stärkere Einsatz von KI-basierten Bestell­verfahren bei den Lebensmittel­händlern dazu führen, dass möglicher­weise weniger Lebens­mittel­spenden für die Tafeln zur Verfügung stehen.

Die Alters­armut ist in Deutschland regional sehr unter­schiedlich verteilt, die Werte des Kreises für Grund­sicherung im Alter liegen etwa auf Bundes­durchschnitt. Auch eine Analyse von Statistik Nord hat gezeigt, dass sich die Anzahl der Leistungs­beziehenden der Grund­sicherung im Alter in Schleswig-Holstein innerhalb der letzten 20 Jahren verdoppelt hat. Die hohen Wohn- und Lebens­haltungskosten im Kreis könnten zukünftig für ältere Menschen eine Heraus­forderung werden. Unter­brochene Erwerbs­biographien und Beschäftigung in Teil­zeit, besonders bei Frauen, könnten die Alters­armut bis 2030 deutlich ansteigen lassen.

Die Landes­regierung hat in diesem Jahr einen Schwerpunkt im Bereich Kinder- und Jugendarmut gesetzt. Ein Abschnitt eines entsprechenden Berichts mit landesweiten Daten ist bereits veröffentlicht worden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird ein weiterer Abschnitt ergänzt, der sich aus der lebens­weltlichen Perspektive von Kindern und Jugend­lichen damit beschäftigen wird, was Armut im Alltag bedeutet. Hierzu hat das Land ein partizipatives Projekt zusammen mit dem Deutschen Kinder­schutz­bund initiiert. Weiterhin hat im Frühjahr eine Kinder­armuts­konferenz des Landes in Neu­münster stattgefunden. Kinder- und Jugendarmut ist hauptsächlich Familien­armut. Die Familien­konstellationen stellen einen entscheidenden Faktor bei der Armuts­gefährdung dar. Besonders Allein­erziehende und Familien mit vielen Kindern haben ein deutlich erhöhtes Risiko. Auch die Qualifikation der Eltern sowie deren Beschäftigungs­umfang sind weitere Faktoren. Geringe Qualifikation und Arbeiten in Teilzeit oder Erwerbs­losigkeit erhöhen das Armuts­gefährdungs­risiko signifikant. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind generell armuts­gefährdeter, da in diesen Familien die zuvor genannten Faktoren häufiger zutreffen. Zudem bedeutet Armut bei Kindern und Jugend­lichen häufig schlechtere Chancen auf Bildung, weniger soziale Teilhabe am gesell­schaftlichen Leben und eine schlechtere Gesund­heit. Auch würden die herkömmlichen Hilfe­systeme gerade bei armen Familien weniger gut greifen. Aus den Erkennt­nissen der Konferenz und des partizipativen Projektes werden noch Handlungs­ansätze für das Land abgeleitet.

Auch die Bundes­regierung hat im vergangenen Jahr einen Nationalen Aktions­plan „Neue Chancen für Kinder und Jugendliche in Deutschland“ aufgelegt. Besonders in den Bereichen Räumlich­keiten zu Hause für ungestörtes Haus­aufgaben erledigen und Treffen von Peers, früh­kindliche und schulische Bildung, Ernährung und Gesundheit sollen bis 2030 verschiedenste Maß­nahmen in den Ländern und Kommunen gefördert werden. Das neue Bundesgesetz zur Kinder­grund­sicherung, welches sich Ende Mai 2024 noch im parlamentarischen Verfahren befindet, zielt darauf ab, die Armuts­gefährdung von Kindern und Jugend­lichen zu verringern.

  • Zentrale Informationen liefern die SGB II-Daten, wobei teilweise schon aktuelle Werte für Ende 2023 vorliegen, die übrigen Werte liegen für Ende 2022 vor
  • Die Arbeitslosen­quote von Menschen mit SGB II-Bezug steigt Ende 2023 auf 3,5 % (+0,3 % ggü. Vj.)
  • Die Anzahl der Arbeits­suchenden im SGB II steigt deutlich auf 10.850 Personen (+450 ggü. Vj.)
  • Ein Grund für den Anstieg im SGB II sind die anhaltenden Flucht­bewegungen 2023, nach einer gewissen Zeit wechseln die Personen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz in das SGB II
  • Die Menschen in Bedarfs­gemeinschaften haben sich Ende 2023 erhöht auf etwa 22.700 (+600 ggü. Vj.)
  • Die Anzahl der ausländischen Personen in Bedarfs­gemeinschaften ist Ende 2023 aufgrund der Fluchtbewegungen mit 12.200 höher (+700 ggü. Vj.)
  • Weiterhin etwa 4.100 Familien beziehen Ende 2023 SGB II-Leistungen (unverändert ggü. Vj.)
  • Der Anteil der Allein­erziehenden an den Familien mit SGB II-Leistungen liegt Ende 2023 leicht niedriger bei 51,6 % (-0,7 % ggü. Vj.)
  • Weiterhin etwa 7.800 Kinder und Jugend­liche beziehen Ende 2023 SGB II-Leistungen (unverändert ggü. Vj.)
  • Bei den Anteils­werten liegen aktuell nur die Daten für 2022 vor
  • Für Ende 2022 liegt der Anteil der Menschen in Bedarfsgemeinschaften im Kreis bei 6,9 % (+0,5 % ggü. Vj.)
  • Tendenziell ist der Anteil von Menschen in Bedarfs­gemeinschaften in den Städten höher als in kleineren Kommunen
  • Kinder­armut, d.h. Kinder unter 15 Jahren im SGB II-Bezug im Verhältnis zu allen Kindern der Alters­gruppe, steigt Ende 2022 auf 14,2 % (+0,7 % ggü. Vj.) Kinderarmut
  • Der Kreis Pinneberg liegt damit weiterhin über dem Bundes­wert von 13,1 % (+0,8 % ggü. Vj.) und unter dem Landeswert von 14,6 % (+0,5 % ggü. Vj.)
  • Bei der Jugend­armut, also bei Jugendlichen zwischen 15 und unter 18 Jahren, steigt der Wert im Kreis Pinneberg 2022 deutlich auf 11,8 (+1,8 % ggü. Vj.)
  • Die Anstiege im Bund mit 10,7 % (+1,6 % ggü. Vj.) und ebenso im Land mit 10,8 % (+1,6 % ggü. Vj.) fallen vergleich­bar aus
  • Ende 2022 erhalten etwa 2.550 Personen über 65 Jahren Grund­sicherung im Alter (+250 ggü. Vj.)
  • Das Verhältnis zu allen Personen über 65 Jahren, als Indikator für Alters­armut, steigt auf 3,6 % (+0,4 % ggü. Vj.)
  • Landes- und Bundes­werte liegen identisch bei 3,5 % (+0,3 % beide ggü. Vj.)
  • Die kommunalen Werte in den Bereichen Kinder­armut, Jugend­armut und Alters­armut sind auch im digitalen Sozial­bericht verfügbar

  • Das durch­schnitt­liche Einkommen der steuer­pflichtigen Ein­wohnenden steigt 2019 auf 46.837 Euro (+1.207 Euro ggü. Vj.)
  • Das Median­einkommen, also das Einkommen bei dem jeweils 50 % oberhalb und unterhalb dieses Wertes liegen, wird mit 32.751 Euro angegeben (+1.121 Euro ggü. Vj.)
  • Aufgrund der Abgabe­fristen der Steuer­erklärung liegen die Werte der Steuer­statistik mit etwa vier­jähriger Verzögerung vor
  • Ein zentrales Merkmal für den Kreis Pinneberg sind auch im Bundes­vergleich relativ hohe Einkommen bei relativ hohen Lebens­haltungs­kosten, so liegt der Kreis Pinneberg laut BBSR 2022 beim Regionalen Preis­index etwa 4 % über dem Bundes­schnitt, besonders die Wohn­kosten im Kreis erhöhen den Preis­index

  • Die Überschuldungs­quote im Kreis Pinneberg sinkt in 2023 auf 7,41 % (-0,42 % ggü. Vj.)
  • Mit Platz 186 liegt der Kreis fast genau in der Mitte aller 401 Kreise und kreis­freien Städte in Deutschland (19 Plätze besser ggü. Vj.)
  • Haupt­ursachen für Über­schuldung bleiben weiterhin Krankheit, Arbeits­losigkeit und länger­fristiges Niedrig­einkommen
  • Etwa 1.800 Beratungen fanden 2023 in den Schuldner­beratungs­stellen im Kreis statt
  • Etwa 38 % der Rat­suchenden sind Arbeitnehmer (+1 % ggü. Vj.) und etwa 44 % erhalten Lohn­ersatz­leistungen aus dem SGB II, III oder XII (+1 % ggü. Vj.)
  • Im Hinblick auf die Lebens­situation der Rat­suchenden sind 34 % alleinlebend (+4 % ggü. Vj.) und weitere 20 % allein­erziehend (+2 % ggü. Vj.)
  • Sinkender Privat­verschuldungs­index im Kreis Pinneberg auf 830 Punkte (-31 ggü. Vj.), es ist damit weiterhin mit hohen Rückzahlungs­quoten von Verbraucherkrediten zu rechnen und kritische Anzeichen für Ver­schuldung sind nur mäßig ausgeprägt
  • Der Privat­verschuldungs­index liegt damit unterhalb des Bundes­schnitts von 872 Punkten (-28 ggü. Vj.) und deutlich unterhalb des Landes­wertes von 954 Punkten (-22 ggü. Vj.)
  • Verbraucher­insolvenzen im Kreis werden für 2022 mit 346 angegeben, ein Vergleich mit den Vor­jahren ist hier wenig sinnvoll, da zuvor aufgrund der Pandemie die Melde­pflicht teilweise ausgesetzt war

Quellenangaben
Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2023 // Schuldneratlas Creditreform 2023 // SCHUFA Kredit-Kompass 2023 // BIAJ 2022 // Kreis Pinneberg 2022 // Statistikamt Nord 2019, 2023 // Agentur für Arbeit 2022, 2023 // AWO Schuldnerberatung 2023 // BBSR Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung 2023

Sozialformel
Landkarte von Kreis Pinneberg

Quelle: Kreis Pinneberg 2022, eigene Berechnungen

Kinderarmut
Säulendiagramm

Quelle: BIAJ 2022

Im Jahr 2024 gibt es keine Handlungsempfehlung aus dem Netzwerk der Sozialplanung für das Handlungsfeld Armut. Handlungsempfehlungen der Vorjahre bzw. für andere Handlungsfelder finden Sie hier .

Wie die Werte unter Zahlen, Daten und Fakten zeigen, sind die Wohn- und Lebens­haltungs­kosten im Kreis hoch, was auch potenzielle Faktoren für Armuts­gefährdung sind. Wie schon im Handlungs­feld Wohnen beschrieben, steigen die Preise für Neu­vermietungen weiter. Wenn Menschen mit geringem Ein­kommen umziehen müssen, bedeutet dies in den meisten Fällen deutlich höhere Kosten. Auch die im Handlungs­feld Wohnen erwähnte Kommunale Wohnungs­agentur könnte für Menschen aus Wohnungs­losigkeit oder mit Schufa-Einträgen ein Ansatz sein.

Die Tafeln im Kreis haben im vergangenen Jahr eine größere Anzahl an Menschen versorgt. Dies wird mit der gestiegenen Inflation und dem weiteren Zuzug von geflüchteten Menschen erklärt. Insgesamt ist die Situation der Tafeln seit der Corona-Krise und dem Ukraine-Krieg deutlich heraufordernder. Zukünftig könnte der stärkere Einsatz von KI-basierten Bestell­verfahren bei den Lebensmittel­händlern dazu führen, dass möglicher­weise weniger Lebens­mittel­spenden für die Tafeln zur Verfügung stehen.

Die Alters­armut ist in Deutschland regional sehr unter­schiedlich verteilt, die Werte des Kreises für Grund­sicherung im Alter liegen etwa auf Bundes­durchschnitt. Auch eine Analyse von Statistik Nord hat gezeigt, dass sich die Anzahl der Leistungs­beziehenden der Grund­sicherung im Alter in Schleswig-Holstein innerhalb der letzten 20 Jahren verdoppelt hat. Die hohen Wohn- und Lebens­haltungskosten im Kreis könnten zukünftig für ältere Menschen eine Heraus­forderung werden. Unter­brochene Erwerbs­biographien und Beschäftigung in Teil­zeit, besonders bei Frauen, könnten die Alters­armut bis 2030 deutlich ansteigen lassen.

Die Landes­regierung hat in diesem Jahr einen Schwerpunkt im Bereich Kinder- und Jugendarmut gesetzt. Ein Abschnitt eines entsprechenden Berichts mit landesweiten Daten ist bereits veröffentlicht worden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird ein weiterer Abschnitt ergänzt, der sich aus der lebens­weltlichen Perspektive von Kindern und Jugend­lichen damit beschäftigen wird, was Armut im Alltag bedeutet. Hierzu hat das Land ein partizipatives Projekt zusammen mit dem Deutschen Kinder­schutz­bund initiiert. Weiterhin hat im Frühjahr eine Kinder­armuts­konferenz des Landes in Neu­münster stattgefunden. Kinder- und Jugendarmut ist hauptsächlich Familien­armut. Die Familien­konstellationen stellen einen entscheidenden Faktor bei der Armuts­gefährdung dar. Besonders Allein­erziehende und Familien mit vielen Kindern haben ein deutlich erhöhtes Risiko. Auch die Qualifikation der Eltern sowie deren Beschäftigungs­umfang sind weitere Faktoren. Geringe Qualifikation und Arbeiten in Teilzeit oder Erwerbs­losigkeit erhöhen das Armuts­gefährdungs­risiko signifikant. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind generell armuts­gefährdeter, da in diesen Familien die zuvor genannten Faktoren häufiger zutreffen. Zudem bedeutet Armut bei Kindern und Jugend­lichen häufig schlechtere Chancen auf Bildung, weniger soziale Teilhabe am gesell­schaftlichen Leben und eine schlechtere Gesund­heit. Auch würden die herkömmlichen Hilfe­systeme gerade bei armen Familien weniger gut greifen. Aus den Erkennt­nissen der Konferenz und des partizipativen Projektes werden noch Handlungs­ansätze für das Land abgeleitet.

Auch die Bundes­regierung hat im vergangenen Jahr einen Nationalen Aktions­plan „Neue Chancen für Kinder und Jugendliche in Deutschland“ aufgelegt. Besonders in den Bereichen Räumlich­keiten zu Hause für ungestörtes Haus­aufgaben erledigen und Treffen von Peers, früh­kindliche und schulische Bildung, Ernährung und Gesundheit sollen bis 2030 verschiedenste Maß­nahmen in den Ländern und Kommunen gefördert werden. Das neue Bundesgesetz zur Kinder­grund­sicherung, welches sich Ende Mai 2024 noch im parlamentarischen Verfahren befindet, zielt darauf ab, die Armuts­gefährdung von Kindern und Jugend­lichen zu verringern.

  • Zentrale Informationen liefern die SGB II-Daten, wobei teilweise schon aktuelle Werte für Ende 2023 vorliegen, die übrigen Werte liegen für Ende 2022 vor
  • Die Arbeitslosen­quote von Menschen mit SGB II-Bezug steigt Ende 2023 auf 3,5 % (+0,3 % ggü. Vj.)
  • Die Anzahl der Arbeits­suchenden im SGB II steigt deutlich auf 10.850 Personen (+450 ggü. Vj.)
  • Ein Grund für den Anstieg im SGB II sind die anhaltenden Flucht­bewegungen 2023, nach einer gewissen Zeit wechseln die Personen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz in das SGB II
  • Die Menschen in Bedarfs­gemeinschaften haben sich Ende 2023 erhöht auf etwa 22.700 (+600 ggü. Vj.)
  • Die Anzahl der ausländischen Personen in Bedarfs­gemeinschaften ist Ende 2023 aufgrund der Fluchtbewegungen mit 12.200 höher (+700 ggü. Vj.)
  • Weiterhin etwa 4.100 Familien beziehen Ende 2023 SGB II-Leistungen (unverändert ggü. Vj.)
  • Der Anteil der Allein­erziehenden an den Familien mit SGB II-Leistungen liegt Ende 2023 leicht niedriger bei 51,6 % (-0,7 % ggü. Vj.)
  • Weiterhin etwa 7.800 Kinder und Jugend­liche beziehen Ende 2023 SGB II-Leistungen (unverändert ggü. Vj.)
  • Bei den Anteils­werten liegen aktuell nur die Daten für 2022 vor
  • Für Ende 2022 liegt der Anteil der Menschen in Bedarfsgemeinschaften im Kreis bei 6,9 % (+0,5 % ggü. Vj.)
  • Tendenziell ist der Anteil von Menschen in Bedarfs­gemeinschaften in den Städten höher als in kleineren Kommunen
  • Kinder­armut, d.h. Kinder unter 15 Jahren im SGB II-Bezug im Verhältnis zu allen Kindern der Alters­gruppe, steigt Ende 2022 auf 14,2 % (+0,7 % ggü. Vj.) Kinderarmut
  • Der Kreis Pinneberg liegt damit weiterhin über dem Bundes­wert von 13,1 % (+0,8 % ggü. Vj.) und unter dem Landeswert von 14,6 % (+0,5 % ggü. Vj.)
  • Bei der Jugend­armut, also bei Jugendlichen zwischen 15 und unter 18 Jahren, steigt der Wert im Kreis Pinneberg 2022 deutlich auf 11,8 (+1,8 % ggü. Vj.)
  • Die Anstiege im Bund mit 10,7 % (+1,6 % ggü. Vj.) und ebenso im Land mit 10,8 % (+1,6 % ggü. Vj.) fallen vergleich­bar aus
  • Ende 2022 erhalten etwa 2.550 Personen über 65 Jahren Grund­sicherung im Alter (+250 ggü. Vj.)
  • Das Verhältnis zu allen Personen über 65 Jahren, als Indikator für Alters­armut, steigt auf 3,6 % (+0,4 % ggü. Vj.)
  • Landes- und Bundes­werte liegen identisch bei 3,5 % (+0,3 % beide ggü. Vj.)
  • Die kommunalen Werte in den Bereichen Kinder­armut, Jugend­armut und Alters­armut sind auch im digitalen Sozial­bericht verfügbar

  • Das durch­schnitt­liche Einkommen der steuer­pflichtigen Ein­wohnenden steigt 2019 auf 46.837 Euro (+1.207 Euro ggü. Vj.)
  • Das Median­einkommen, also das Einkommen bei dem jeweils 50 % oberhalb und unterhalb dieses Wertes liegen, wird mit 32.751 Euro angegeben (+1.121 Euro ggü. Vj.)
  • Aufgrund der Abgabe­fristen der Steuer­erklärung liegen die Werte der Steuer­statistik mit etwa vier­jähriger Verzögerung vor
  • Ein zentrales Merkmal für den Kreis Pinneberg sind auch im Bundes­vergleich relativ hohe Einkommen bei relativ hohen Lebens­haltungs­kosten, so liegt der Kreis Pinneberg laut BBSR 2022 beim Regionalen Preis­index etwa 4 % über dem Bundes­schnitt, besonders die Wohn­kosten im Kreis erhöhen den Preis­index

  • Die Überschuldungs­quote im Kreis Pinneberg sinkt in 2023 auf 7,41 % (-0,42 % ggü. Vj.)
  • Mit Platz 186 liegt der Kreis fast genau in der Mitte aller 401 Kreise und kreis­freien Städte in Deutschland (19 Plätze besser ggü. Vj.)
  • Haupt­ursachen für Über­schuldung bleiben weiterhin Krankheit, Arbeits­losigkeit und länger­fristiges Niedrig­einkommen
  • Etwa 1.800 Beratungen fanden 2023 in den Schuldner­beratungs­stellen im Kreis statt
  • Etwa 38 % der Rat­suchenden sind Arbeitnehmer (+1 % ggü. Vj.) und etwa 44 % erhalten Lohn­ersatz­leistungen aus dem SGB II, III oder XII (+1 % ggü. Vj.)
  • Im Hinblick auf die Lebens­situation der Rat­suchenden sind 34 % alleinlebend (+4 % ggü. Vj.) und weitere 20 % allein­erziehend (+2 % ggü. Vj.)
  • Sinkender Privat­verschuldungs­index im Kreis Pinneberg auf 830 Punkte (-31 ggü. Vj.), es ist damit weiterhin mit hohen Rückzahlungs­quoten von Verbraucherkrediten zu rechnen und kritische Anzeichen für Ver­schuldung sind nur mäßig ausgeprägt
  • Der Privat­verschuldungs­index liegt damit unterhalb des Bundes­schnitts von 872 Punkten (-28 ggü. Vj.) und deutlich unterhalb des Landes­wertes von 954 Punkten (-22 ggü. Vj.)
  • Verbraucher­insolvenzen im Kreis werden für 2022 mit 346 angegeben, ein Vergleich mit den Vor­jahren ist hier wenig sinnvoll, da zuvor aufgrund der Pandemie die Melde­pflicht teilweise ausgesetzt war

Quellenangaben
Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2023 // Schuldneratlas Creditreform 2023 // SCHUFA Kredit-Kompass 2023 // BIAJ 2022 // Kreis Pinneberg 2022 // Statistikamt Nord 2019, 2023 // Agentur für Arbeit 2022, 2023 // AWO Schuldnerberatung 2023 // BBSR Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung 2023

Sozialformel
Landkarte von Kreis Pinneberg

Quelle: Kreis Pinneberg 2022, eigene Berechnungen

Kinderarmut
Säulendiagramm

Quelle: BIAJ 2022

Im Jahr 2024 gibt es keine Handlungsempfehlung aus dem Netzwerk der Sozialplanung für das Handlungsfeld Armut. Handlungsempfehlungen der Vorjahre bzw. für andere Handlungsfelder finden Sie hier .

Person sitzt am Schreibtisch und hält leeren Geldbeutel in der Hand
kaputte Kinderschuhe