Fokus 2024
Inklusion
Im Handlungsfeld Inklusion sind weiterhin noch vielfältige und umfangreiche Aktivitäten zu identifizieren und umzusetzen, um Menschen mit Behinderung eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Dies kann nur durch Einbindung von Betroffenen gelingen. Die Arbeit der hauptamtlichen Beauftragten für Menschen mit Behinderung und die Fortschreibung des Aktionsplans Inklusion tragen dazu bei, Inklusion als Querschnittsthema in allen sozialpolitischen Handlungsfeldern zu berücksichtigen. Die Integrationshilfen und Schulbegleitungen zur Unterstützung eines inklusiven Bildungsangebots steigen weiter an. Auch an Haltungsfragen ist auf verschiedenen Ebenen kontinuierlich zu arbeiten.
Wechselwirkungen mit anderen Handlungsfeldern:
23.380
Menschen mit Schwerbehindertenausweis
56,7%
schwerbehinderte Menschen über 65 Jahre
56,4 %
körperliche Behinderung
19%
inklusive Beschulung GE
Nach intensiver Diskussion hat sich die Kreispolitik Ende letzten Jahres für eine Neustrukturierung des Amtes „Beauftragte*r für Menschen mit Behinderung im Kreis Pinneberg“ entschieden. Die bisher ehrenamtliche Funktion wird seit dem 01.04.2024 hauptamtlich mit 30 Wochenstunden wahrgenommen, um sich mit den vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen für die Selbstbestimmung von Menschen mit Handicap einzusetzen.
Um die Inklusion im Bereich Kindertagesbetreuung weiter zu stärken, ist 2023 ein Kompetenzteam Inklusion in der Kreisverwaltung gegründet worden. Nähere Informationen finden sich dazu im Handlungsfeld Bildung.
Zur stufenweisen Umsetzung der vielfältigen Änderungen des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) und der Schaffung einer inklusiven Jugendhilfe wurden geeignete Projektstrukturen etabliert. Im Hinblick auf die neue gesetzliche Regelung zur gleichberechtigten Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen ab 2028 wurde das Team Eingliederungshilfe für Minderjährige mit Wirkung vom 01.11.2023 vom Fachdienst Teilhabe in die neu geschaffene Abteilung Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche in das Jugendamt verlagert. 2023 haben auch die ersten beiden Verfahrenslotsinnen ihre Tätigkeit aufgenommen und setzen ab 2024 das entwickelte Arbeitskonzept sukzessive um. Erste Beratungsanliegen werden bereits bearbeitet.
Die multiprofessionellen Teams des Fachdienstes Teilhabe arbeiten gemeinsam mit den Leistungserbringern weiter intensiv an der Schaffung bedarfsorientierter neuer Angebote für die Leistungsberechtigten. Unterstützt wird dies durch die Tätigkeit der inzwischen etablierten Ansprechstelle für Leistungsempfänger und -erbringer, die einen niedrigschwelligen Zugang und passgenaue Beratung anbieten. Künftig sind auch mobile Beratungen geplant. Für eine reibungslose Kommunikation gegenüber den Leistungsberechtigten betreut sie auch Schnittstellen innerhalb des Hauses und zum Jobcenter. Ein Austausch mit der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) findet regelmäßig statt.
Der Arbeitskreis Sprache erarbeitet Lösungsvorschläge für eine geschlechtergerechte, barrierearme und bürger*innenfreundliche Kommunikation der Kreisverwaltung. Ein Film informiert über das Projekt und die bisherigen Arbeitsergebnisse. Hierzu zählen zum Beispiel Fortbildungen in einfacher Sprache für alle Mitarbeitenden, Newsletter mit Formulierungs-Beispielen oder Moderations-Koffer für Gespräche mit Menschen mit Sprachbarrieren. Der Arbeitskreis Sprache ist mittlerweile landesweit vernetzt und tauscht sich zu Best Practice-Beispielen aus.
Das Thema Wohnen spielt auch für Menschen mit Behinderung eine sehr wichtige Rolle. Teilweise können diese aus besonderen Wohnformen nicht ausziehen, da sie auf dem Markt keine oder keine barrierefreie Wohnung finden. Die Umsetzung des zur Beratung vorgelegten Grobkonzepts zur Gründung einer kommunalen Wohnungsagentur im Kreis Pinneberg könnte hier, unter Einbeziehung des Netzwerks „Pinneberger Erklärung“, das sich für die Schaffung barrierefreier bzw. -armer Wohnungen einsetzt, Abhilfe schaffen. Nach dem Aufbau eines erweiterten Netzwerks einer Agentur werden zukünftig auch noch Entwicklungspotentiale für neue Wohnprojekte mit fachlich beratender Begleitung von potentiellen Anbietern gesehen, die Synergieeffekte schaffen können.
Um dem Bedarf nach Unterbringung und Betreuung bei Urlaub oder Krankheit von pflegenden Angehörigen bzw. zur Unterstützung von Abnabelungsprozessen zu begegnen, wurde gemeinsam mit einem Anbieter modellhaft ein Kurzzeitwohnplatz / eine Kurzzeitassistenz neu geschaffen. Auf Basis der nach einem Jahr vorgesehenen Evaluation wird dann abgestimmt, ob weitere derartige Plätze geschaffen werden.
Die Fokusgruppe Inklusion hat wieder verschiedene inklusive Themen vorangetrieben. Die Erarbeitung des Themas Bildung mit Vorträgen von Referent*innen zu Bildung in Kitas, Schulen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung mündete in einem Workshop, in dem eine Handlungsempfehlung zur Stärkung ausgelagerter Arbeitsplätze in Kitas und Pflegeheimen im Kontext der Helfer-Ausbildungen „Kita-Helfer“ und „Alltags-Helfer“ erarbeitet wurde. Die Handlungsempfehlung wurde von der Steuerungsgruppe Sozialplanung als steuerungsrelevant eingeschätzt.
Auf der Veranstaltung wurde auch das Thema Sport behandelt und Ideen und Vorschläge entwickelt, die nun sukzessive weiter bearbeitet werden müssen: Impulse für Vereine, für den Kreissportverband sowie für den Kreis, die Kreispolitik und die Behindertenbeauftragte.
Zur Vermeidung von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung hat die Fokusgruppe außerdem eine Handlungsempfehlung zur Bildung eines Suse (sicher und selbstbestimmt)-Netzwerks entwickelt, das in Anlehnung an bereits erfolgreich durchgeführte Modellprojekte in Schleswig-Holstein aufgebaut werden soll. Im Kern geht es um eine Stärkung der Frauenbeauftragten in den WfbM (Werkstätten für Menschen mit Behinderung) und einen besseren Austausch mit den Frauenfacheinrichtungen. Die Handlungsempfehlung wurde von der Steuerungsgruppe Sozialplanung als steuerungsrelevant eingeschätzt.
Die 2022 erarbeitete Handlungsempfehlung zum Thema „Anpassung/Fortschreibung des Aktionsplans Inklusion“, die vom Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Senioren beschlossen wurde, konnte noch nicht umgesetzt werden. Die Politik hat im Herbst 2023 den Beschluss für die Einrichtung einer Projektleitung verschoben, bis das Amt der/des Behindertenbeauftragten neu besetzt ist. Mit dem erfolgten Amtsantritt der hauptamtlichen Behindertenbeauftragten kann das Thema nun wieder aufgegriffen und weiterbearbeitet werden.
Gemeinsam mit der AWO und der Lebenshilfe führt der Kreis Pinneberg seit 2023 für fünf Jahre das von der Aktion Mensch geförderte Projekt „Inklusion vor Ort“ im Sozialraum Elmshorn durch. In einem Workshop „Pi-Rat – auf der Jagd nach den Schätzen im Sozialraum“ haben neben Menschen mit Behinderungen auch Kinder und Jugendliche als wichtigste Zielgruppen ihre Perspektiven und Ideen für eine inklusive Lebenswelt vor Ort eingebracht. Mit weiteren Netzwerkpartner*innen erarbeiten die gebildeten fünf „Schatzgruppen“ Lösungsvorschläge zu den Themen „Spielplätze, Parks, Barrierefreiheit“, „Barrierefreiheit und Mobilität“, „Anti-Stigma“, „Vernetzung“ sowie „Inklusive Schule und Ausbildung/Arbeit“. Ziel ist, den Sozialraum Elmshorn möglichst barrierefrei und kinderfreundlich zu gestalten und Verwaltung, Wissenschaft, Schule und Gesellschaft miteinander zu vernetzen.
Der Kreissportverband (KSV) engagiert sich für die Inklusion im und durch Sport, unter anderem durch Mitarbeit in der Fokusgruppe Inklusion sowie Beteiligung am Projekt „Pi-Rat – auf der Jagd nach den Schätzen im Sozialraum“. Die Inklusionsbeauftragte des KSV hat an einem Workshop der Fokusgruppe Inklusion mitgewirkt, in dem es u.a. um die Bekanntmachung inklusiver Sportangebote und eine bessere Vernetzung aller beteiligten Akteure ging.
Der „Special Art – Kulturpreis der Vielfalt“ der Stiftung Landdrostei und der Stiftung der Sparkasse Südholstein wird im September 2024 zum zweiten Mal verliehen. Bewerbungsschluss für künstlerisch schaffende Menschen mit Behinderung war Ende Juni 2024.
- Daten zu Menschen mit Schwerbehinderung werden nur alle zwei Jahre erhoben, die neuen Daten aus 2023 werden erst im 3. Quartal 2024 veröffentlicht, aus diesem Grund sind nachfolgenden die Daten aus Ende 2021 dargestellt
- Etwa 23.380 Personen haben einen gültigen Schwerbehindertenausweis und einen Wohnsitz im Kreisgebiet (-960 ggü. 2019)
- Die Quote beträgt 7,3 % (-0,4 % ggü. 2019)
- Die Quoten für das Land mit 9,0 % (-0,3 ggü. 2019) und für den Bund mit 9,4 % (-0,1 % ggü. 2019) sind deutlich höher
- Eine deutliche Mehrheit von 56,7 % der schwerbehinderten Menschen im Kreis ist über 65 Jahre, während der Anteil der Kinder und Jugendlichen in dieser Gruppe bei 3,2 % liegt Menschen mit Schwerbehinderung
- Bei der Statistik über die Art der Behinderung wird nur die Behinderung mit dem höchsten Grad der Behinderung (GdB) erfasst
- Viele Menschen mit Behinderung weisen jedoch multiple Formen mit unterschiedlich hohem GdB auf
- Eine deutliche Mehrheit von 56,4 % der schwerbehinderten Menschen weist eine körperliche Behinderung auf
- Eine seelische Behinderung wurde bei 17,9 % der Menschen festgestellt, weitere 3,3 % verzeichnen eine Lern- oder geistige Behinderung
- 9,8 % haben eine Beeinträchtigung der Sinnesorgane, bei den restlichen 13,0 % ist die Behinderungsart nicht genauer spezifizierbar
- Im frühkindlichen Bereich erhielten Ende 2023 insgesamt 634 Kinder heilpädagogische Förderung oder Frühförderung in Kitas (Daten Vj. lagen nicht vor)
- Zwei Schulen GE (geistige Entwicklung) und sieben Förderzentren LSE (Lernen, Sprache, emotional-soziale Entwicklung) existieren im Kreis
- Die GE-Schulen besuchen im aktuellen Schuljahr 2023/2024 insgesamt 301 Schüler*innen (+13 ggü. Vj.)
- Insgesamt werden 19 % der Schüler*innen mit Förderbedarf GE inklusiv an Regelschulen beschult (+5 % ggü. Vj.)
- An drei Förderzentren Lernen wird für jeweils 10 bis 12 Personen das Angebot Integratives Schultraining durchgeführt, vier Förderzentren Lernen betreuen ihre Schüler*innen mit Förderbedarf an den Regelschulen
- Der Anteil der Schüler*innen mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf, die inklusiv im Rahmen einer Regelschule beschult werden, beträgt 81 % (+7 % ggü. Vj.)
- Die Anzahl der Integrationshilfen und Schulbegleitungen steigt weiter auf 1.159 (+159 ggü. Vj.) Schulbegleitungen
Quellenangaben
Statistik Nord 2021 // Kreis Pinneberg 2023 // Schulamt Kreis Pinneberg 2023
| Handlungsfeld | Handlungsempfehlung | Steuerungsrelevanz | Jahr | Status |
|---|---|---|---|---|
| Inklusion | Stärkung Arbeitsplätze in Kitas und Pflegeheimen | steuerungsrelevant | 2024 | beraten |
| Inklusion | Bildung eines Suse-Netzwerks | steuerungsrelevant | 2024 | beraten und nicht beschlossen |
Nach intensiver Diskussion hat sich die Kreispolitik Ende letzten Jahres für eine Neustrukturierung des Amtes „Beauftragte*r für Menschen mit Behinderung im Kreis Pinneberg“ entschieden. Die bisher ehrenamtliche Funktion wird seit dem 01.04.2024 hauptamtlich mit 30 Wochenstunden wahrgenommen, um sich mit den vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen für die Selbstbestimmung von Menschen mit Handicap einzusetzen.
Um die Inklusion im Bereich Kindertagesbetreuung weiter zu stärken, ist 2023 ein Kompetenzteam Inklusion in der Kreisverwaltung gegründet worden. Nähere Informationen finden sich dazu im Handlungsfeld Bildung.
Zur stufenweisen Umsetzung der vielfältigen Änderungen des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) und der Schaffung einer inklusiven Jugendhilfe wurden geeignete Projektstrukturen etabliert. Im Hinblick auf die neue gesetzliche Regelung zur gleichberechtigten Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen ab 2028 wurde das Team Eingliederungshilfe für Minderjährige mit Wirkung vom 01.11.2023 vom Fachdienst Teilhabe in die neu geschaffene Abteilung Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche in das Jugendamt verlagert. 2023 haben auch die ersten beiden Verfahrenslotsinnen ihre Tätigkeit aufgenommen und setzen ab 2024 das entwickelte Arbeitskonzept sukzessive um. Erste Beratungsanliegen werden bereits bearbeitet.
Die multiprofessionellen Teams des Fachdienstes Teilhabe arbeiten gemeinsam mit den Leistungserbringern weiter intensiv an der Schaffung bedarfsorientierter neuer Angebote für die Leistungsberechtigten. Unterstützt wird dies durch die Tätigkeit der inzwischen etablierten Ansprechstelle für Leistungsempfänger und -erbringer, die einen niedrigschwelligen Zugang und passgenaue Beratung anbieten. Künftig sind auch mobile Beratungen geplant. Für eine reibungslose Kommunikation gegenüber den Leistungsberechtigten betreut sie auch Schnittstellen innerhalb des Hauses und zum Jobcenter. Ein Austausch mit der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) findet regelmäßig statt.
Der Arbeitskreis Sprache erarbeitet Lösungsvorschläge für eine geschlechtergerechte, barrierearme und bürger*innenfreundliche Kommunikation der Kreisverwaltung. Ein Film informiert über das Projekt und die bisherigen Arbeitsergebnisse. Hierzu zählen zum Beispiel Fortbildungen in einfacher Sprache für alle Mitarbeitenden, Newsletter mit Formulierungs-Beispielen oder Moderations-Koffer für Gespräche mit Menschen mit Sprachbarrieren. Der Arbeitskreis Sprache ist mittlerweile landesweit vernetzt und tauscht sich zu Best Practice-Beispielen aus.
Das Thema Wohnen spielt auch für Menschen mit Behinderung eine sehr wichtige Rolle. Teilweise können diese aus besonderen Wohnformen nicht ausziehen, da sie auf dem Markt keine oder keine barrierefreie Wohnung finden. Die Umsetzung des zur Beratung vorgelegten Grobkonzepts zur Gründung einer kommunalen Wohnungsagentur im Kreis Pinneberg könnte hier, unter Einbeziehung des Netzwerks „Pinneberger Erklärung“, das sich für die Schaffung barrierefreier bzw. -armer Wohnungen einsetzt, Abhilfe schaffen. Nach dem Aufbau eines erweiterten Netzwerks einer Agentur werden zukünftig auch noch Entwicklungspotentiale für neue Wohnprojekte mit fachlich beratender Begleitung von potentiellen Anbietern gesehen, die Synergieeffekte schaffen können.
Um dem Bedarf nach Unterbringung und Betreuung bei Urlaub oder Krankheit von pflegenden Angehörigen bzw. zur Unterstützung von Abnabelungsprozessen zu begegnen, wurde gemeinsam mit einem Anbieter modellhaft ein Kurzzeitwohnplatz / eine Kurzzeitassistenz neu geschaffen. Auf Basis der nach einem Jahr vorgesehenen Evaluation wird dann abgestimmt, ob weitere derartige Plätze geschaffen werden.
Die Fokusgruppe Inklusion hat wieder verschiedene inklusive Themen vorangetrieben. Die Erarbeitung des Themas Bildung mit Vorträgen von Referent*innen zu Bildung in Kitas, Schulen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung mündete in einem Workshop, in dem eine Handlungsempfehlung zur Stärkung ausgelagerter Arbeitsplätze in Kitas und Pflegeheimen im Kontext der Helfer-Ausbildungen „Kita-Helfer“ und „Alltags-Helfer“ erarbeitet wurde. Die Handlungsempfehlung wurde von der Steuerungsgruppe Sozialplanung als steuerungsrelevant eingeschätzt.
Auf der Veranstaltung wurde auch das Thema Sport behandelt und Ideen und Vorschläge entwickelt, die nun sukzessive weiter bearbeitet werden müssen: Impulse für Vereine, für den Kreissportverband sowie für den Kreis, die Kreispolitik und die Behindertenbeauftragte.
Zur Vermeidung von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung hat die Fokusgruppe außerdem eine Handlungsempfehlung zur Bildung eines Suse (sicher und selbstbestimmt)-Netzwerks entwickelt, das in Anlehnung an bereits erfolgreich durchgeführte Modellprojekte in Schleswig-Holstein aufgebaut werden soll. Im Kern geht es um eine Stärkung der Frauenbeauftragten in den WfbM (Werkstätten für Menschen mit Behinderung) und einen besseren Austausch mit den Frauenfacheinrichtungen. Die Handlungsempfehlung wurde von der Steuerungsgruppe Sozialplanung als steuerungsrelevant eingeschätzt.
Die 2022 erarbeitete Handlungsempfehlung zum Thema „Anpassung/Fortschreibung des Aktionsplans Inklusion“, die vom Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Senioren beschlossen wurde, konnte noch nicht umgesetzt werden. Die Politik hat im Herbst 2023 den Beschluss für die Einrichtung einer Projektleitung verschoben, bis das Amt der/des Behindertenbeauftragten neu besetzt ist. Mit dem erfolgten Amtsantritt der hauptamtlichen Behindertenbeauftragten kann das Thema nun wieder aufgegriffen und weiterbearbeitet werden.
Gemeinsam mit der AWO und der Lebenshilfe führt der Kreis Pinneberg seit 2023 für fünf Jahre das von der Aktion Mensch geförderte Projekt „Inklusion vor Ort“ im Sozialraum Elmshorn durch. In einem Workshop „Pi-Rat – auf der Jagd nach den Schätzen im Sozialraum“ haben neben Menschen mit Behinderungen auch Kinder und Jugendliche als wichtigste Zielgruppen ihre Perspektiven und Ideen für eine inklusive Lebenswelt vor Ort eingebracht. Mit weiteren Netzwerkpartner*innen erarbeiten die gebildeten fünf „Schatzgruppen“ Lösungsvorschläge zu den Themen „Spielplätze, Parks, Barrierefreiheit“, „Barrierefreiheit und Mobilität“, „Anti-Stigma“, „Vernetzung“ sowie „Inklusive Schule und Ausbildung/Arbeit“. Ziel ist, den Sozialraum Elmshorn möglichst barrierefrei und kinderfreundlich zu gestalten und Verwaltung, Wissenschaft, Schule und Gesellschaft miteinander zu vernetzen.
Der Kreissportverband (KSV) engagiert sich für die Inklusion im und durch Sport, unter anderem durch Mitarbeit in der Fokusgruppe Inklusion sowie Beteiligung am Projekt „Pi-Rat – auf der Jagd nach den Schätzen im Sozialraum“. Die Inklusionsbeauftragte des KSV hat an einem Workshop der Fokusgruppe Inklusion mitgewirkt, in dem es u.a. um die Bekanntmachung inklusiver Sportangebote und eine bessere Vernetzung aller beteiligten Akteure ging.
Der „Special Art – Kulturpreis der Vielfalt“ der Stiftung Landdrostei und der Stiftung der Sparkasse Südholstein wird im September 2024 zum zweiten Mal verliehen. Bewerbungsschluss für künstlerisch schaffende Menschen mit Behinderung war Ende Juni 2024.
- Daten zu Menschen mit Schwerbehinderung werden nur alle zwei Jahre erhoben, die neuen Daten aus 2023 werden erst im 3. Quartal 2024 veröffentlicht, aus diesem Grund sind nachfolgenden die Daten aus Ende 2021 dargestellt
- Etwa 23.380 Personen haben einen gültigen Schwerbehindertenausweis und einen Wohnsitz im Kreisgebiet (-960 ggü. 2019)
- Die Quote beträgt 7,3 % (-0,4 % ggü. 2019)
- Die Quoten für das Land mit 9,0 % (-0,3 ggü. 2019) und für den Bund mit 9,4 % (-0,1 % ggü. 2019) sind deutlich höher
- Eine deutliche Mehrheit von 56,7 % der schwerbehinderten Menschen im Kreis ist über 65 Jahre, während der Anteil der Kinder und Jugendlichen in dieser Gruppe bei 3,2 % liegt Menschen mit Schwerbehinderung
- Bei der Statistik über die Art der Behinderung wird nur die Behinderung mit dem höchsten Grad der Behinderung (GdB) erfasst
- Viele Menschen mit Behinderung weisen jedoch multiple Formen mit unterschiedlich hohem GdB auf
- Eine deutliche Mehrheit von 56,4 % der schwerbehinderten Menschen weist eine körperliche Behinderung auf
- Eine seelische Behinderung wurde bei 17,9 % der Menschen festgestellt, weitere 3,3 % verzeichnen eine Lern- oder geistige Behinderung
- 9,8 % haben eine Beeinträchtigung der Sinnesorgane, bei den restlichen 13,0 % ist die Behinderungsart nicht genauer spezifizierbar
- Im frühkindlichen Bereich erhielten Ende 2023 insgesamt 634 Kinder heilpädagogische Förderung oder Frühförderung in Kitas (Daten Vj. lagen nicht vor)
- Zwei Schulen GE (geistige Entwicklung) und sieben Förderzentren LSE (Lernen, Sprache, emotional-soziale Entwicklung) existieren im Kreis
- Die GE-Schulen besuchen im aktuellen Schuljahr 2023/2024 insgesamt 301 Schüler*innen (+13 ggü. Vj.)
- Insgesamt werden 19 % der Schüler*innen mit Förderbedarf GE inklusiv an Regelschulen beschult (+5 % ggü. Vj.)
- An drei Förderzentren Lernen wird für jeweils 10 bis 12 Personen das Angebot Integratives Schultraining durchgeführt, vier Förderzentren Lernen betreuen ihre Schüler*innen mit Förderbedarf an den Regelschulen
- Der Anteil der Schüler*innen mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf, die inklusiv im Rahmen einer Regelschule beschult werden, beträgt 81 % (+7 % ggü. Vj.)
- Die Anzahl der Integrationshilfen und Schulbegleitungen steigt weiter auf 1.159 (+159 ggü. Vj.) Schulbegleitungen
Quellenangaben
Statistik Nord 2021 // Kreis Pinneberg 2023 // Schulamt Kreis Pinneberg 2023
| Handlungsfeld | Handlungsempfehlung | Steuerungsrelevanz | Jahr | Status |
|---|---|---|---|---|
| Inklusion | Stärkung Arbeitsplätze in Kitas und Pflegeheimen | steuerungsrelevant | 2024 | beraten |
| Inklusion | Bildung eines Suse-Netzwerks | steuerungsrelevant | 2024 | beraten und nicht beschlossen |