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Fokus 2024

Inklusion

Im Handlungsfeld Inklusion sind weiterhin noch vielfältige und umfangreiche Aktivitäten zu identifizieren und umzusetzen, um Menschen mit Behinderung eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Dies kann nur durch Einbindung von Betroffenen gelingen. Die Arbeit der hauptamtlichen Beauftragten für Menschen mit Behinderung und die Fortschreibung des Aktionsplans Inklusion tragen dazu bei, Inklusion als Querschnittsthema in allen sozialpolitischen Handlungsfeldern zu berücksichtigen. Die Integrationshilfen und Schulbegleitungen zur Unterstützung eines inklusiven Bildungsangebots steigen weiter an. Auch an Haltungsfragen ist auf verschiedenen Ebenen kontinuierlich zu arbeiten.

fünf junge Erwachsene strecken ihre Hände in die Mitte

Wechselwirkungen mit anderen Handlungsfeldern:

Infrastruktur sozialer Angebote Bildung Arbeit

23.380

Menschen mit Schwerbehindertenausweis

56,7%

schwerbehinderte Menschen über 65 Jahre

56,4 %

körperliche Behinderung

19%

inklusive Beschulung GE

Nach intensiver Diskussion hat sich die Kreis­politik Ende letzten Jahres für eine Neu­strukturierung des Amtes „Beauftragte*r für Menschen mit Behinderung im Kreis Pinneberg“ entschieden. Die bisher ehren­amtliche Funktion wird seit dem 01.04.2024 haupt­amtlich mit 30 Wochen­stunden wahr­genommen, um sich mit den viel­fältigen Aufgaben und Heraus­forderungen für die Selbst­bestimmung von Menschen mit Handicap einzusetzen.

Um die Inklusion im Bereich Kindertages­betreuung weiter zu stärken, ist 2023 ein Kompetenzteam Inklusion in der Kreisverwaltung gegründet worden. Nähere Informationen finden sich dazu im Handlungs­feld Bildung.

Zur stufenweisen Umsetzung der vielfältigen Änderungen des Kinder- und Jugend­stärkungs­gesetzes (KJSG) und der Schaffung einer inklusiven Jugend­hilfe wurden geeignete Projekt­strukturen etabliert. Im Hinblick auf die neue gesetzliche Regelung zur gleich­berechtigten Teil­habe aller Kinder und Jugendlichen ab 2028 wurde das Team Ein­gliederungs­hilfe für Minder­jährige mit Wirkung vom 01.11.2023 vom Fachdienst Teilhabe in die neu geschaffene Abteilung Eingliederungs­hilfe für Kinder und Jugendliche in das Jugendamt verlagert. 2023 haben auch die ersten beiden Verfahrens­lotsinnen ihre Tätigkeit aufgenommen und setzen ab 2024 das entwickelte Arbeits­konzept sukzessive um. Erste Beratungs­anliegen werden bereits bearbeitet.

Die multi­professionellen Teams des Fachdienstes Teilhabe arbeiten gemeinsam mit den Leistungs­erbringern weiter intensiv an der Schaffung bedarfs­orientierter neuer Angebote für die Leistungs­berechtigten. Unterstützt wird dies durch die Tätigkeit der inzwischen etablierten Ansprech­stelle für Leistungs­empfänger und -erbringer, die einen niedrig­schwelligen Zugang und pass­genaue Beratung anbieten. Künftig sind auch mobile Beratungen geplant. Für eine reibungs­lose Kommunikation gegenüber den Leistungs­berechtigten betreut sie auch Schnitt­stellen innerhalb des Hauses und zum Jobcenter. Ein Austausch mit der Ergänzenden unabhängigen Teil­habe­beratung (EUTB) findet regelmäßig statt.

Der Arbeitskreis Sprache erarbeitet Lösungs­vorschläge für eine geschlechter­gerechte, barrierearme und bürger*innen­freund­liche Kommunikation der Kreis­verwaltung. Ein Film informiert über das Projekt und die bisherigen Arbeits­ergebnisse. Hierzu zählen zum Beispiel Fort­bildungen in einfacher Sprache für alle Mitarbeitenden, News­letter mit Formulierungs-Beispielen oder Moderations-Koffer für Gespräche mit Menschen mit Sprach­barrieren. Der Arbeits­kreis Sprache ist mittler­weile landesweit vernetzt und tauscht sich zu Best Practice-Beispielen aus.

Das Thema Wohnen spielt auch für Menschen mit Behinderung eine sehr wichtige Rolle. Teilweise können diese aus besonderen Wohn­formen nicht ausziehen, da sie auf dem Markt keine oder keine barriere­freie Wohnung finden. Die Umsetzung des zur Beratung vorgelegten Grob­konzepts zur Gründung einer kommunalen Wohnungsagentur im Kreis Pinneberg könnte hier, unter Ein­beziehung des Netzwerks „Pinneberger Erklärung“, das sich für die Schaffung barriere­freier bzw. -armer Wohnungen einsetzt, Abhilfe schaffen. Nach dem Aufbau eines erweiterten Netz­werks einer Agentur werden zukünftig auch noch Entwicklungs­potentiale für neue Wohn­projekte mit fachlich beratender Begleitung von potentiellen Anbietern gesehen, die Synergie­effekte schaffen können.

Um dem Bedarf nach Unter­bringung und Betreuung bei Urlaub oder Krankheit von pflegenden Angehörigen bzw. zur Unter­stützung von Abnabelungs­prozessen zu begegnen, wurde gemeinsam mit einem Anbieter modellhaft ein Kurz­zeitwohn­platz / eine Kurz­zeit­assistenz neu geschaffen. Auf Basis der nach einem Jahr vorgesehenen Evaluation wird dann abgestimmt, ob weitere derartige Plätze geschaffen werden.

Die Fokus­gruppe Inklusion hat wieder verschiedene inklusive Themen vorangetrieben. Die Erarbeitung des Themas Bildung mit Vorträgen von Referent*innen zu Bildung in Kitas, Schulen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung mündete in einem Workshop, in dem eine Handlungs­empfehlung zur Stärkung ausgelagerter Arbeits­plätze in Kitas und Pflegeheimen im Kontext der Helfer-Ausbildungen „Kita-Helfer“ und „Alltags-Helfer“ erarbeitet wurde. Die Handlungs­empfehlung wurde von der Steuerungs­gruppe Sozial­planung als steuerungsrelevant eingeschätzt.

Auf der Veranstaltung wurde auch das Thema Sport behandelt und Ideen und Vorschläge entwickelt, die nun sukzessive weiter bearbeitet werden müssen: Impulse für Vereine, für den Kreis­sportverband sowie für den Kreis, die Kreispolitik und die Behinderten­beauftragte.

Zur Vermeidung von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung hat die Fokus­gruppe außerdem eine Handlungs­empfehlung zur Bildung eines Suse (sicher und selbstbestimmt)-Netzwerks entwickelt, das in Anlehnung an bereits erfolgreich durch­geführte Modell­projekte in Schleswig-Holstein aufgebaut werden soll. Im Kern geht es um eine Stärkung der Frauen­beauftragten in den WfbM (Werkstätten für Menschen mit Behinderung) und einen besseren Austausch mit den Frauen­facheinrichtungen. Die Handlungs­empfehlung wurde von der Steuerungs­gruppe Sozial­planung als steuerungsrelevant eingeschätzt.

Die 2022 erarbeitete Handlungs­empfehlung zum Thema „Anpassung/Fort­schreibung des Aktions­plans Inklusion“, die vom Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleich­stellung und Senioren beschlossen wurde, konnte noch nicht umgesetzt werden. Die Politik hat im Herbst 2023 den Beschluss für die Einrichtung einer Projektleitung verschoben, bis das Amt der/des Behinderten­beauftragten neu besetzt ist. Mit dem erfolgten Amts­antritt der haupt­amtlichen Behinderten­beauftragten kann das Thema nun wieder auf­gegriffen und weiter­bearbeitet werden.

Gemeinsam mit der AWO und der Lebens­hilfe führt der Kreis Pinneberg seit 2023 für fünf Jahre das von der Aktion Mensch geförderte Projekt „Inklusion vor Ort“ im Sozial­raum Elmshorn durch. In einem Workshop „Pi-Rat – auf der Jagd nach den Schätzen im Sozialraum“ haben neben Menschen mit Behinderungen auch Kinder und Jugendliche als wichtigste Ziel­gruppen ihre Perspektiven und Ideen für eine inklusive Lebens­welt vor Ort eingebracht. Mit weiteren Netzwerk­partner*innen erarbeiten die gebildeten fünf „Schatz­gruppen“ Lösungs­vorschläge zu den Themen „Spiel­plätze, Parks, Barriere­freiheit“, „Barriere­freiheit und Mobilität“, „Anti-Stigma“, „Vernetzung“ sowie „Inklusive Schule und Aus­bildung/Arbeit“. Ziel ist, den Sozial­raum Elmshorn möglichst barriere­frei und kinder­freundlich zu gestalten und Verwaltung, Wissen­schaft, Schule und Gesell­schaft miteinander zu vernetzen.

Der Kreis­sportverband (KSV) engagiert sich für die Inklusion im und durch Sport, unter anderem durch Mit­arbeit in der Fokus­gruppe Inklusion sowie Beteiligung am Projekt „Pi-Rat – auf der Jagd nach den Schätzen im Sozial­raum“. Die Inklusions­beauftragte des KSV hat an einem Work­shop der Fokus­gruppe Inklusion mitgewirkt, in dem es u.a. um die Bekannt­machung inklusiver Sport­angebote und eine bessere Ver­netzung aller be­teiligten Akteure ging.

Der „Special Art – Kultur­preis der Vielfalt“ der Stiftung Land­drostei und der Stiftung der Spar­kasse Süd­holstein wird im September 2024 zum zweiten Mal verliehen. Bewerbungs­schluss für künstlerisch schaffende Menschen mit Be­hinderung war Ende Juni 2024.

  • Daten zu Menschen mit Schwer­behinderung werden nur alle zwei Jahre erhoben, die neuen Daten aus 2023 werden erst im 3. Quartal 2024 veröffentlicht, aus diesem Grund sind nach­folgenden die Daten aus Ende 2021 dargestellt
  • Etwa 23.380 Personen haben einen gültigen Schwer­behinderten­ausweis und einen Wohnsitz im Kreisgebiet (-960 ggü. 2019)
  • Die Quote beträgt 7,3 % (-0,4 % ggü. 2019)
  • Die Quoten für das Land mit 9,0 % (-0,3 ggü. 2019) und für den Bund mit 9,4 % (-0,1 % ggü. 2019) sind deutlich höher
  • Eine deutliche Mehrheit von 56,7 % der schwer­behinderten Menschen im Kreis ist über 65 Jahre, während der Anteil der Kinder und Jugendlichen in dieser Gruppe bei 3,2 % liegt  Menschen mit Schwerbehinderung
  • Bei der Statistik über die Art der Behinderung wird nur die Behinderung mit dem höchsten Grad der Behinderung (GdB) erfasst
  • Viele Menschen mit Behinderung weisen jedoch multiple Formen mit unter­schiedlich hohem GdB auf
  • Eine deutliche Mehrheit von 56,4 % der schwer­behinderten Menschen weist eine körperliche Behinderung auf
  • Eine seelische Behinderung wurde bei 17,9 % der Menschen festgestellt, weitere 3,3 % verzeichnen eine Lern- oder geistige Behinderung
  • 9,8 % haben eine Beein­trächtigung der Sinnes­organe, bei den restlichen 13,0 % ist die Behinderungs­art nicht genauer spezifizierbar

  • Im früh­kindlichen Bereich erhielten Ende 2023 insgesamt 634 Kinder heilpädagogische Förderung oder Früh­förderung in Kitas (Daten Vj. lagen nicht vor)
  • Zwei Schulen GE (geistige Entwicklung) und sieben Förder­zentren LSE (Lernen, Sprache, emotional-soziale Entwicklung) existieren im Kreis
  • Die GE-Schulen besuchen im aktuellen Schuljahr 2023/2024 insgesamt 301 Schüler*innen (+13 ggü. Vj.)
  • Insgesamt werden 19 % der Schüler*innen mit Förderbedarf GE inklusiv an Regelschulen beschult (+5 % ggü. Vj.)
  • An drei Förder­zentren Lernen wird für jeweils 10 bis 12 Personen das Angebot Integratives Schul­training durchgeführt, vier Förder­zentren Lernen betreuen ihre Schüler*innen mit Förder­bedarf an den Regel­schulen
  • Der Anteil der Schüler*innen mit fest­gestelltem sonder­pädagogischem Förder­bedarf, die inklusiv im Rahmen einer Regel­schule beschult werden, beträgt 81 % (+7 % ggü. Vj.)
  • Die Anzahl der Integrations­hilfen und Schul­begleitungen steigt weiter auf 1.159 (+159 ggü. Vj.)  Schulbegleitungen

Quellenangaben
Statistik Nord 2021 // Kreis Pinneberg 2023 // Schulamt Kreis Pinneberg 2023

Menschen mit Schwerbehinderung nach Altersgruppen in %
Säulendiagramm

Quelle: Statistikamt Nord 2021

Schulbegleitungen und Integrationshilfen
Balkendiagramm

Quelle: Kreis Pinneberg

Handlungsfeld Handlungsempfehlung Steuerungsrelevanz Jahr Status
Inklusion Stärkung Arbeitsplätze in Kitas und Pflegeheimen steuerungsrelevant 2024 beraten
Inklusion Bildung eines Suse-Netzwerks steuerungsrelevant 2024 beraten und nicht beschlossen

Nach intensiver Diskussion hat sich die Kreis­politik Ende letzten Jahres für eine Neu­strukturierung des Amtes „Beauftragte*r für Menschen mit Behinderung im Kreis Pinneberg“ entschieden. Die bisher ehren­amtliche Funktion wird seit dem 01.04.2024 haupt­amtlich mit 30 Wochen­stunden wahr­genommen, um sich mit den viel­fältigen Aufgaben und Heraus­forderungen für die Selbst­bestimmung von Menschen mit Handicap einzusetzen.

Um die Inklusion im Bereich Kindertages­betreuung weiter zu stärken, ist 2023 ein Kompetenzteam Inklusion in der Kreisverwaltung gegründet worden. Nähere Informationen finden sich dazu im Handlungs­feld Bildung.

Zur stufenweisen Umsetzung der vielfältigen Änderungen des Kinder- und Jugend­stärkungs­gesetzes (KJSG) und der Schaffung einer inklusiven Jugend­hilfe wurden geeignete Projekt­strukturen etabliert. Im Hinblick auf die neue gesetzliche Regelung zur gleich­berechtigten Teil­habe aller Kinder und Jugendlichen ab 2028 wurde das Team Ein­gliederungs­hilfe für Minder­jährige mit Wirkung vom 01.11.2023 vom Fachdienst Teilhabe in die neu geschaffene Abteilung Eingliederungs­hilfe für Kinder und Jugendliche in das Jugendamt verlagert. 2023 haben auch die ersten beiden Verfahrens­lotsinnen ihre Tätigkeit aufgenommen und setzen ab 2024 das entwickelte Arbeits­konzept sukzessive um. Erste Beratungs­anliegen werden bereits bearbeitet.

Die multi­professionellen Teams des Fachdienstes Teilhabe arbeiten gemeinsam mit den Leistungs­erbringern weiter intensiv an der Schaffung bedarfs­orientierter neuer Angebote für die Leistungs­berechtigten. Unterstützt wird dies durch die Tätigkeit der inzwischen etablierten Ansprech­stelle für Leistungs­empfänger und -erbringer, die einen niedrig­schwelligen Zugang und pass­genaue Beratung anbieten. Künftig sind auch mobile Beratungen geplant. Für eine reibungs­lose Kommunikation gegenüber den Leistungs­berechtigten betreut sie auch Schnitt­stellen innerhalb des Hauses und zum Jobcenter. Ein Austausch mit der Ergänzenden unabhängigen Teil­habe­beratung (EUTB) findet regelmäßig statt.

Der Arbeitskreis Sprache erarbeitet Lösungs­vorschläge für eine geschlechter­gerechte, barrierearme und bürger*innen­freund­liche Kommunikation der Kreis­verwaltung. Ein Film informiert über das Projekt und die bisherigen Arbeits­ergebnisse. Hierzu zählen zum Beispiel Fort­bildungen in einfacher Sprache für alle Mitarbeitenden, News­letter mit Formulierungs-Beispielen oder Moderations-Koffer für Gespräche mit Menschen mit Sprach­barrieren. Der Arbeits­kreis Sprache ist mittler­weile landesweit vernetzt und tauscht sich zu Best Practice-Beispielen aus.

Das Thema Wohnen spielt auch für Menschen mit Behinderung eine sehr wichtige Rolle. Teilweise können diese aus besonderen Wohn­formen nicht ausziehen, da sie auf dem Markt keine oder keine barriere­freie Wohnung finden. Die Umsetzung des zur Beratung vorgelegten Grob­konzepts zur Gründung einer kommunalen Wohnungsagentur im Kreis Pinneberg könnte hier, unter Ein­beziehung des Netzwerks „Pinneberger Erklärung“, das sich für die Schaffung barriere­freier bzw. -armer Wohnungen einsetzt, Abhilfe schaffen. Nach dem Aufbau eines erweiterten Netz­werks einer Agentur werden zukünftig auch noch Entwicklungs­potentiale für neue Wohn­projekte mit fachlich beratender Begleitung von potentiellen Anbietern gesehen, die Synergie­effekte schaffen können.

Um dem Bedarf nach Unter­bringung und Betreuung bei Urlaub oder Krankheit von pflegenden Angehörigen bzw. zur Unter­stützung von Abnabelungs­prozessen zu begegnen, wurde gemeinsam mit einem Anbieter modellhaft ein Kurz­zeitwohn­platz / eine Kurz­zeit­assistenz neu geschaffen. Auf Basis der nach einem Jahr vorgesehenen Evaluation wird dann abgestimmt, ob weitere derartige Plätze geschaffen werden.

Die Fokus­gruppe Inklusion hat wieder verschiedene inklusive Themen vorangetrieben. Die Erarbeitung des Themas Bildung mit Vorträgen von Referent*innen zu Bildung in Kitas, Schulen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung mündete in einem Workshop, in dem eine Handlungs­empfehlung zur Stärkung ausgelagerter Arbeits­plätze in Kitas und Pflegeheimen im Kontext der Helfer-Ausbildungen „Kita-Helfer“ und „Alltags-Helfer“ erarbeitet wurde. Die Handlungs­empfehlung wurde von der Steuerungs­gruppe Sozial­planung als steuerungsrelevant eingeschätzt.

Auf der Veranstaltung wurde auch das Thema Sport behandelt und Ideen und Vorschläge entwickelt, die nun sukzessive weiter bearbeitet werden müssen: Impulse für Vereine, für den Kreis­sportverband sowie für den Kreis, die Kreispolitik und die Behinderten­beauftragte.

Zur Vermeidung von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung hat die Fokus­gruppe außerdem eine Handlungs­empfehlung zur Bildung eines Suse (sicher und selbstbestimmt)-Netzwerks entwickelt, das in Anlehnung an bereits erfolgreich durch­geführte Modell­projekte in Schleswig-Holstein aufgebaut werden soll. Im Kern geht es um eine Stärkung der Frauen­beauftragten in den WfbM (Werkstätten für Menschen mit Behinderung) und einen besseren Austausch mit den Frauen­facheinrichtungen. Die Handlungs­empfehlung wurde von der Steuerungs­gruppe Sozial­planung als steuerungsrelevant eingeschätzt.

Die 2022 erarbeitete Handlungs­empfehlung zum Thema „Anpassung/Fort­schreibung des Aktions­plans Inklusion“, die vom Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleich­stellung und Senioren beschlossen wurde, konnte noch nicht umgesetzt werden. Die Politik hat im Herbst 2023 den Beschluss für die Einrichtung einer Projektleitung verschoben, bis das Amt der/des Behinderten­beauftragten neu besetzt ist. Mit dem erfolgten Amts­antritt der haupt­amtlichen Behinderten­beauftragten kann das Thema nun wieder auf­gegriffen und weiter­bearbeitet werden.

Gemeinsam mit der AWO und der Lebens­hilfe führt der Kreis Pinneberg seit 2023 für fünf Jahre das von der Aktion Mensch geförderte Projekt „Inklusion vor Ort“ im Sozial­raum Elmshorn durch. In einem Workshop „Pi-Rat – auf der Jagd nach den Schätzen im Sozialraum“ haben neben Menschen mit Behinderungen auch Kinder und Jugendliche als wichtigste Ziel­gruppen ihre Perspektiven und Ideen für eine inklusive Lebens­welt vor Ort eingebracht. Mit weiteren Netzwerk­partner*innen erarbeiten die gebildeten fünf „Schatz­gruppen“ Lösungs­vorschläge zu den Themen „Spiel­plätze, Parks, Barriere­freiheit“, „Barriere­freiheit und Mobilität“, „Anti-Stigma“, „Vernetzung“ sowie „Inklusive Schule und Aus­bildung/Arbeit“. Ziel ist, den Sozial­raum Elmshorn möglichst barriere­frei und kinder­freundlich zu gestalten und Verwaltung, Wissen­schaft, Schule und Gesell­schaft miteinander zu vernetzen.

Der Kreis­sportverband (KSV) engagiert sich für die Inklusion im und durch Sport, unter anderem durch Mit­arbeit in der Fokus­gruppe Inklusion sowie Beteiligung am Projekt „Pi-Rat – auf der Jagd nach den Schätzen im Sozial­raum“. Die Inklusions­beauftragte des KSV hat an einem Work­shop der Fokus­gruppe Inklusion mitgewirkt, in dem es u.a. um die Bekannt­machung inklusiver Sport­angebote und eine bessere Ver­netzung aller be­teiligten Akteure ging.

Der „Special Art – Kultur­preis der Vielfalt“ der Stiftung Land­drostei und der Stiftung der Spar­kasse Süd­holstein wird im September 2024 zum zweiten Mal verliehen. Bewerbungs­schluss für künstlerisch schaffende Menschen mit Be­hinderung war Ende Juni 2024.

  • Daten zu Menschen mit Schwer­behinderung werden nur alle zwei Jahre erhoben, die neuen Daten aus 2023 werden erst im 3. Quartal 2024 veröffentlicht, aus diesem Grund sind nach­folgenden die Daten aus Ende 2021 dargestellt
  • Etwa 23.380 Personen haben einen gültigen Schwer­behinderten­ausweis und einen Wohnsitz im Kreisgebiet (-960 ggü. 2019)
  • Die Quote beträgt 7,3 % (-0,4 % ggü. 2019)
  • Die Quoten für das Land mit 9,0 % (-0,3 ggü. 2019) und für den Bund mit 9,4 % (-0,1 % ggü. 2019) sind deutlich höher
  • Eine deutliche Mehrheit von 56,7 % der schwer­behinderten Menschen im Kreis ist über 65 Jahre, während der Anteil der Kinder und Jugendlichen in dieser Gruppe bei 3,2 % liegt  Menschen mit Schwerbehinderung
  • Bei der Statistik über die Art der Behinderung wird nur die Behinderung mit dem höchsten Grad der Behinderung (GdB) erfasst
  • Viele Menschen mit Behinderung weisen jedoch multiple Formen mit unter­schiedlich hohem GdB auf
  • Eine deutliche Mehrheit von 56,4 % der schwer­behinderten Menschen weist eine körperliche Behinderung auf
  • Eine seelische Behinderung wurde bei 17,9 % der Menschen festgestellt, weitere 3,3 % verzeichnen eine Lern- oder geistige Behinderung
  • 9,8 % haben eine Beein­trächtigung der Sinnes­organe, bei den restlichen 13,0 % ist die Behinderungs­art nicht genauer spezifizierbar

  • Im früh­kindlichen Bereich erhielten Ende 2023 insgesamt 634 Kinder heilpädagogische Förderung oder Früh­förderung in Kitas (Daten Vj. lagen nicht vor)
  • Zwei Schulen GE (geistige Entwicklung) und sieben Förder­zentren LSE (Lernen, Sprache, emotional-soziale Entwicklung) existieren im Kreis
  • Die GE-Schulen besuchen im aktuellen Schuljahr 2023/2024 insgesamt 301 Schüler*innen (+13 ggü. Vj.)
  • Insgesamt werden 19 % der Schüler*innen mit Förderbedarf GE inklusiv an Regelschulen beschult (+5 % ggü. Vj.)
  • An drei Förder­zentren Lernen wird für jeweils 10 bis 12 Personen das Angebot Integratives Schul­training durchgeführt, vier Förder­zentren Lernen betreuen ihre Schüler*innen mit Förder­bedarf an den Regel­schulen
  • Der Anteil der Schüler*innen mit fest­gestelltem sonder­pädagogischem Förder­bedarf, die inklusiv im Rahmen einer Regel­schule beschult werden, beträgt 81 % (+7 % ggü. Vj.)
  • Die Anzahl der Integrations­hilfen und Schul­begleitungen steigt weiter auf 1.159 (+159 ggü. Vj.)  Schulbegleitungen

Quellenangaben
Statistik Nord 2021 // Kreis Pinneberg 2023 // Schulamt Kreis Pinneberg 2023

Menschen mit Schwerbehinderung nach Altersgruppen in %
Säulendiagramm

Quelle: Statistikamt Nord 2021

Schulbegleitungen und Integrationshilfen
Balkendiagramm

Quelle: Kreis Pinneberg

Handlungsfeld Handlungsempfehlung Steuerungsrelevanz Jahr Status
Inklusion Stärkung Arbeitsplätze in Kitas und Pflegeheimen steuerungsrelevant 2024 beraten
Inklusion Bildung eines Suse-Netzwerks steuerungsrelevant 2024 beraten und nicht beschlossen
Kind im Rollstuhl hält einen Basketball
junge Frau mit Armprothese