Weiterentwicklung der Betrachtungsräume im Sozialmonitoring
Ziel einer kleinräumigen Betrachtung ist es, ein differenzierteres Bild der unterschiedlichen sozialen Lagen in verschiedenen Regionen zu erhalten. Auf Ebene des gesamten Kreisgebiets gleichen sich regionale Unterschiede häufig aus und bleiben somit unsichtbar. Eine kleinräumigere Analyse ermöglicht es, näher an der Lebenswirklichkeit der Menschen zu bleiben. Für die Integrierte Sozialplanung und Fachplanungen, wie etwa die Pflegebedarfs- oder Schulentwicklungsplanung, lassen sich Potenziale, Problemlagen sowie unterschiedliche Entwicklungen und Gegebenheiten vor Ort besser erkennen.
Für den digitalen Sozialbericht auf FOKUS PI bietet die Gliederung in kleinräumige Betrachtungsräume über Indikatoren wie Altersarmut, Jugendquotient oder Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen schnell einen Überblick über die soziale Lage. Diese kann anschließend im Hinblick auf einzelne Kommunen vertieft analysiert werden.
Betrachtungsräume im Vergleich
Bisherige Kommunale Betrachtungsräume 2018-2025
Vor über acht Jahren wurden im „Fokus Sozialplanung 2018“ erstmals sieben „Kommunale Betrachtungsräume“ im Kreis Pinneberg definiert:
- Pinneberg
- Uetersen/Tornesch
- Elmshorn
- Barmstedt
- Quickborn
- Wedel
- Helgoland
Die Einteilung orientierte sich an wissenschaftlichen Verflechtungsanalysen, geographischen Gegebenheiten (z. B. natürliche Trennung durch Flüsse) und der Bevölkerungsgröße. Die Bevölkerungszahlen schwanken zwischen etwa 13.000 und 118.000 Personen. Auf Helgoland leben rund 1.300 Menschen und es stellt aufgrund der Insellage einen Sonderraum dar.
Grundsätzlich basieren die Betrachtungsräume im Sozialmonitoring auf administrativen Grenzen. Dabei fungiert mindestens eine größere Kommune als Zentrum des jeweiligen Raums. Dies erklärt sich durch verwaltungsrechtliche Zuständigkeiten und begrenzte Zugriffsmöglichkeiten auf Daten außerhalb des Kreisgebietes. Diese Einteilungen sind nicht als tatsächliche Sozialräume der Menschen zu verstehen, die sich in ihrem Alltag oft über Kreisgrenzen hinwegbewegen. Einzelne Fachplanungen, wie die Schulentwicklungsplanung, nutzen diese Kommunalen Betrachtungsräume als Planungsgrundlage.
Neue Statistische Betrachtungsräume ab 2026
Die Erfahrungen zeigen, dass die gebildeten „Kommunalen Betrachtungsräume“ aufgrund der großen Unterschiede in der Bevölkerungsgröße und der städtischen versus ländlichen Prägung mit Einschränkungen für Analysen verbunden sind.
Um zusätzlich den gängigen wissenschaftlichen Anforderungen im Sozialmonitoring zu entsprechen, wurden die bisherigen Betrachtungsräume anhand folgender Kriterien feiner gegliedert:
- Bevölkerungsgröße zwischen ca. 13.000 und 50.000 Personen
- Differenzierung nach städtischen Gebieten, Umlandkommunen, ländlich geprägten Räumen sowie Kommunen angrenzend an Hamburg
- Helgoland bleibt aufgrund seiner besonderen geographischen Lage als eigenständiger Raum bestehen
Alle Fachplanenden der Kreisverwaltung sowie Fokusgruppen brachten ihre Expertise ein, sodass insgesamt 14 Administrative Statistische Räume definiert wurden (siehe unten). Erste Grafiken in den Handlungsfeldern Gesundheitsversorgung und Pflege sowie Mobilität liefern bereits detailliertere Erkenntnisse als bisher.
Die neuen Räume bilden künftig die Basis der Sozialberichterstattung. Auch die Darstellung im digitalen Sozialbericht wird im Laufe des Jahres entsprechend angepasst. Die überarbeiteten „Statistischen Betrachtungsräume“ dienen den Fachplanungen als Grundgerüst für die Entwicklung weiterer Modelle, etwa durch die Zusammenlegung einzelner Räume für spezifische Planungsbedarfe.
Perspektivisch wären innerhalb städtischer Gebiete eine noch feinere Unterteilung in Räume mit 13.000 bis 20.000 Einwohnern sinnvoll, um die sozialen Lagen auf Quartiersebene besser zu erkennen. Hierzu müssten eine gemeinsame Datennutzung und die Festlegung der Quartiere im partnerschaftlichen Dialog mit den Städten abgestimmt werden.
Die „Statistischen Betrachtungsräume“ bleiben statistische Einheiten, können jedoch langfristig auch als administrative Grundlage für eine mögliche sozialraumorientierte Planung und Steuerung dienen.
Legende der neuen Statistischen Betrachtungsräume
Zur besseren Einordnung der aktualisierten Betrachtungsräume erläutert die folgende Legende deren Zuordnung.