Planungsdossier
Fokus 2026
Soziale Entwicklung mit Daten und Wissen gestalten
Seit 10 Jahren bietet der Fokusbericht jährlich einen aktuellen Überblick über die soziale Lage im Kreis Pinneberg und zentrale Entwicklungen in den zehn sozialpolitischen Handlungsfeldern. Neben relevanten Zahlen, Daten und Fakten fließen auch Erkenntnisse aus den Beteiligungsprozessen der Integrierten Sozialplanung ein.
Interaktive Grafiken zeigen aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Demographie und Finanzen im Sozialbereich. Die Daten werden fortlaufend aktualisiert. Darüber hinaus stehen die Fokusberichte der Vorjahre zur Verfügung.
Nach der vollständigen Umstellung auf das digitale Format wurde die Plattform weiterentwickelt sowie um neue Inhalte und Funktionen ergänzt. Der Fokusbericht verbindet die Ergebnisse des Sozialmonitorings mit den Erkenntnissen aus Beteiligungs- und Planungsprozessen und schafft damit eine fundierte Grundlage für fachliche und politische Diskussionen.
Seit 10 Jahren bietet der Fokusbericht jährlich einen aktuellen Überblick über die soziale Lage im Kreis Pinneberg und zentrale Entwicklungen in den zehn sozialpolitischen Handlungsfeldern. Neben relevanten Zahlen, Daten und Fakten fließen auch Erkenntnisse aus den Beteiligungsprozessen der Integrierten Sozialplanung ein.
Interaktive Grafiken zeigen aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Demographie und Finanzen im Sozialbereich. Die Daten werden fortlaufend aktualisiert. Darüber hinaus stehen die Fokusberichte der Vorjahre zur Verfügung.
Nach der vollständigen Umstellung auf das digitale Format wurde die Plattform weiterentwickelt sowie um neue Inhalte und Funktionen ergänzt. Der Fokusbericht verbindet die Ergebnisse des Sozialmonitorings mit den Erkenntnissen aus Beteiligungs- und Planungsprozessen und schafft damit eine fundierte Grundlage für fachliche und politische Diskussionen.
Die vergangenen Monate waren von erheblichen finanzpolitischen Herausforderungen geprägt. Das Haushaltsdefizit und notwendige Konsolidierungsmaßnahmen beeinflussen viele Debatten, insbesondere im Sozialbereich als größtem Ausgabenblock des Kreishaushalts. Gleichzeitig steigt der Unterstützungsbedarf der Menschen im Kreis in vielen Leistungsbereichen weiter an. Demographischer Wandel, Bevölkerungswachstum, Fachkräftemangel, zu wenig bezahlbarer Wohnraum und die Sicherung sozialer Infrastruktur stellen die kommunale Sozialpolitik vor große Aufgaben. Vor diesem Hintergrund unterstützt die Sozialplanung politische Entscheidungen und einen wirksamen, zielgerichteten Mitteleinsatz durch transparente Daten, fachliche Analysen und die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven.
Der Fokus 2026 knüpft an die Weiterentwicklung der sozialplanerischen Prozesse im vergangenen Jahr an. Ziel bleibt es, die Integrierte Sozialplanung stärker mit den Anforderungen einer strategischen und finanzbewussten Steuerung zu verknüpfen. Der Austausch mit Politik, die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit sowie die Kooperation mit den Kommunen bilden dabei weiterhin zentrale Elemente.
Ein Schwerpunkt des diesjährigen Berichts ist die Weiterentwicklung der Statistischen Betrachtungsräume im Sozialmonitoring. In diesem Kapitel werden die neue Einteilung und deren fachliche Hintergründe erläutert. Ziel ist es, soziale Entwicklungen künftig noch präziser abzubilden und regionale Unterschiede besser sichtbar zu machen. Die neuen Betrachtungsräume schaffen eine verbesserte Grundlage für Sozialberichterstattung, Fachplanungen und sozialpolitische Steuerung.
Zahlreiche Fachkräfte, Institutionen, Kommunen, Verbände und ehrenamtlich Engagierte bringen ihre Erfahrungen und Perspektiven kontinuierlich in die Planungsprozesse ein. Dieses Engagement ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Sozialplanung nicht nur Daten bereitstellt, sondern auch Impulse für einen konstruktiven sozialpolitischen Diskurs geben kann.
Weiterentwicklung Betrachtungsräume im Sozialmonitoring
Im „Fokus Sozialplanung 2018“ wurden erstmals sieben Kommunale Betrachtungsräume im Kreis definiert. Um vergleichbare Bevölkerungsgrößen sowie städtische und ländliche Prägung stärker zu berücksichtigen, wurden die Räume noch feiner gegliedert. Mit der Expertise im Netzwerk Sozialplanung wurden insgesamt 14 Statistische Betrachtungsräume definiert.
Demographie und Finanzdaten
Aktuelle Informationen zur Ausgabenentwicklung der größten Produkte und der Gesamtausgaben des Sozialbereichs sowie zur demographischen Entwicklung sind als interaktive Grafiken abrufbar.
Demographie
Hier finden Sie die aktuellen Grafiken zur Altersstruktur des Kreises Pinneberg und zu Fort- und Zuzügen sowie Geburten- und Sterbefällen.
Finanzen
Hier finden Sie die Daten zur finanziellen Entwicklung der größten Produkte sowie der Gesamtausgaben im Sozialbereich.

Sozialpolitische Handlungsfelder
Hier erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Themen und Entwicklungen der 10 sozialpolitischen Handlungsfelder. Für jedes Handlungsfeld finden Sie Zahlen, Daten und Fakten sowie Erkenntnissen aus partizipativen Prozessen im Netzwerk der Sozialplanung.
Infrastruktur sozialer Angebote
Inklusive Strukturen und Angebote in den Bereichen Jugend- und Eingliederungshilfe, Frühe Hilfen, Kinderschutz, Kindertagesbetreuung, Partizipation und Gleichstellung sind weiterhin relevant. Grundsätzlich sind dabei kooperative Lösungsansätze zu prüfen. Medienbildung und der Aufbau entsprechender Kompetenzen für verschiedene Zielgruppen sollten verstärkt werden. Beteiligung und Dialog als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe werden weiter umgesetzt, vor allem in der demokratischen Bildungsfunktion der Kinder- und Jugendarbeit. Auch ältere Menschen sollten als besonders vulnerable Zielgruppe anerkannt und in den Blick genommen werden.

Mobilität
Steigende Mobilitätsbedarfe führen zu einer weiteren Verdichtung des Verkehrs. Mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept und einem Klimaanpassungskonzept leistet der Kreis einen Beitrag zur Klimafreundlichkeit. Erstmals wird für alle Schülerinnen und Schüler im Kreis ab dem Schuljahr 2026/27 ein vergünstigtes Deutschland-Ticket mit einheitlicher Eigenbeteiligung angeboten. Die Schieneninfrastruktur soll in den kommenden Jahren verbessert werden. Beim Radverkehr werden auch 2026 kommunale Maßnahmen gefördert, für die Umsetzung fehlen den Kommunen Ressourcen. Um öffentlichen Raum effizient zu nutzen, muss Mobilität künftig gesteuert und intelligent vernetzt werden.

Gesundheitsversorgung & Pflege
Gesunde Lebensverhältnisse, der Aufbau von Gesundheitskompetenz, präventive Maßnahmen, Eigenverantwortung (Self Care) und ein Schwerpunkt auf mentaler Gesundheit sind besonders relevant, um Erkrankungen und dadurch bedingte Kosten nachhaltig soweit möglich zu vermeiden. Aufgrund des demographischen Wandels und der damit verbundenen Fachkräfteengpässe werden digitale Lösungen (E-Health) stark vorangetrieben. Die psychiatrische Versorgung soll durch eine Erweiterung wohnortnaher tagesklinischer und ambulanter Angebote verbessert werden. Menschen sollen möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben und Pflegebedürftigkeit verzögert werden. In der Pflege erlangen die Fachkräfte höhere Qualifikationen und erweiterte Kompetenzen, die Versorgung verlagert sich bei generell hoher Arbeitsbelastung zunehmend in das häusliche Umfeld.

Wohnen
Bevölkerungszuwachs und eine geringe Leerstandsquote zeigen weiterhin eine angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt im Kreis Pinneberg. Es besteht auch weiterhin ein hoher Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, gerade für Personen mit besonderen Anforderungen oder geringem Einkommen. Die Mietpreise im Kreisgebiet steigen weiter an. In den nächsten Jahren muss der ältere Gebäudebestand zum großen Teil saniert werden. Auch der Beratungsbedarf rund um das Thema Wohnen wird weiter zunehmen. Es bestehen nur begrenzte Einflussmöglichkeiten auf den Markt, daher nimmt der Kreis beim Thema Wohnen eher eine koordinierende Funktion wahr und unterstützt die handelnden Akteure, z.B. durch Vorstellung von Best-Practice-Beispielen.

Zuwanderung und Integration
Das Handlungskonzept Integration 4.0 bietet weiterhin den Rahmen für die Steuerung der Integrationsmaßnahmen. Schwerpunkte sind auch zukünftig die soziale und Arbeitsmarktintegration. Beide werden durch Bereitstellung von Informationen, proaktive Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung unterstützt. Geflüchtete sind einem hohen Diskriminierungsrisiko ausgesetzt. Das Wissen über Diskriminierung, Schutzmaßnahmen für einen gleichberechtigten Zugang zu Arbeit, Wohnraum und Bildung sowie eine Sensibilisierung in der Gesellschaft sind zu stärken.

Bildung
Das abgeschwächte Bevölkerungswachstum führt zu veränderten Bedarfen, insbesondere in der Kindertagesbetreuung. Die Versorgungsstrukturen der Regelsysteme müssen den individuellen Bedarfen der betreuten Kinder sowie Schülerinnen und Schüler gerecht werden. Nach bisherigen Erkenntnissen und Erfahrungen aus Poolmodellen werden dafür systemische Lösungen mit einem multiprofessionellen Ansatz benötigt. Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen z.B. im Umgang mit Medien und Künstlicher Intelligenz (KI) oder fehlende Fachkräfteressourcen stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Das Kompetenzteam Inklusion und die Verfahrenslotsen unterstützen eine inklusivere Haltung und Ausrichtung der Bildungslandschaft. Um einen Bildungserfolg für ein selbständiges Leben zu ermöglichen, ist Förderbedarfen früher zu begegnen. Hierfür sollte ein strukturiertes Übergangsmanagement für den Eintritt in die Schule aufgebaut werden. Auch kulturelle und politische Bildung bleiben ein wichtiger Standortfaktor.

Inklusion
Um Inklusion als Menschenrecht zu verwirklichen, sind noch viele strukturelle Veränderungen erforderlich. Beauftragte und Beiräte sind wichtige Schnittstellen, um Bedarfe sichtbar zu machen und Verbesserungen zu initiieren. Trotz einiger Erfolge wird auch Ausdauer und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen benötigt. Die im Kreis etablierten Netzwerkstrukturen bieten dafür eine gute Grundlage. Generell müssen Betroffene selbst noch aktiver in Veränderungsprozesse einbezogen werden. Die Aspekte dieses Querschnittsthemas sind enorm vielfältig und betreffen alle. Inklusion und Teilhabe sind als gesamtgesellschaftliche Aufgaben umzusetzen.

Arbeit
Mit der Gesamtbevölkerung steigen die beschäftigten Einwohnenden, aber auch die Jugendarbeitslosen weiter an. Im Übergang Schule Beruf sind daher unterstützende Maßnahmen zum Start in das Erwerbsleben zu verstärken. Aktivitäten gegen den bereits in vielen Bereichen spürbaren Fachkräftemangel sind weiterhin erforderlich. Die technologische und strukturelle Veränderung der Arbeitswelt bedingt Qualifizierungs-, Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen.

Armut
Armut ist ein reales Problem mit steigender Tendenz. Bei Kindern und Jugendlichen gilt Armut als entscheidender Faktor für ungleiche Gesundheitschancen. Auch im Kreis Pinneberg bestehen erhebliche soziale Disparitäten. Vergleichsweise hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten im Kreis sind weiterhin Faktoren für Armutsgefährdung. Armut äußert sich auch durch einen Mangel an sozialer Teilhabe, Ausgrenzung und Rückzugstendenzen oder Einsamkeit. Mit Präventionsarbeit, insbesondere finanzieller Bildung, kann gegengewirkt werden. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt das Ehrenamt als wichtiger Beitrag zur sozialen Teilhabe besonders in Krisenzeiten essenziell, es gleicht häufig Lücken in der staatlichen Daseinsvorsorge aus.

Soziales Leben und Freizeit
Die Lebenszufriedenheit in Schleswig-Holstein hat nach dem Glücksatlas weiter abgenommen, besonders Menschen auf dem Land mit wenig Einkommen und Alleinstehende sind deutlich weniger zufrieden. Soziale und gesellschaftliche Teilhabe wird durch gute Nahbeziehungen im Wohnumfeld bzw. Quartier und ein breites Angebot an Kontaktmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten ermöglicht. Soziale Medien können dabei unterstützen. Bei den Sportvereinen erreichen die Mitgliederzahlen einen neuen Rekord.

Handlungsempfehlungen
Handlungsempfehlungen verstehen sich als Impulse für weitere fachliche Diskussionen in den politischen Gremien zur künftigen Schwerpunktsetzung und Ausgestaltung der Sozialpolitik im Kreis.
Aktuell erarbeiten die Fokusgruppen Teilhabe und Kinder- und Jugendarbeit Handlungsempfehlungen, die sich noch im Abstimmungsprozess befinden. Sobald die Handlungsempfehlungen final erstellt sind, werden sie in den zuständigen politischen Gremien vorgestellt und auf FOKUS PI veröffentlicht.
Hier finden Sie bisher im Netzwerk Sozialplanung erarbeitete Handlungsempfehlungen.
