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Fokus 2026

Soziales Leben und Freizeit

Die Lebenszufriedenheit in Schleswig-Holstein hat nach dem Glücksatlas weiter abgenommen, besonders Menschen auf dem Land mit wenig Einkommen und Alleinstehende sind deutlich weniger zufrieden. Soziale und gesellschaftliche Teilhabe wird durch gute Nahbeziehungen im Wohnumfeld bzw. Quartier und ein breites Angebot an Kontaktmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten ermöglicht. Soziale Medien können dabei unterstützen. Bei den Sportvereinen erreichen die Mitgliederzahlen einen neuen Rekord.

Menschen liegen an einem See im Sand

Wechselwirkungen mit anderen Handlungsfeldern:

Infrastruktur sozialer Angebote Mobilität Wohnen Armut

4.640

Wohnmobile

771.000

Übernachtungen

59 %

auf Helgoland im Sportverein

Platz 5

Lebenszufriedenheit S.-H. im Ländervergleich

Soziales Leben vor Ort findet im Alltag meist über persönliche Kontakte im näheren Wohnumfeld statt. Dennoch sind viele Menschen mit Einschränkungen, z.B. in ihrer Mobilität, von sozialer Isolation betroffen. Maßnahmen der Kommunen und anderer Institutionen zur Förderung der sozialen Teilhabe sollen allen Menschen – unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Einschränkungen – ein gleichberechtigtes Leben in der Gemeinschaft ermöglichen. Dafür sind Barrieren abzubauen, der Zusammenhalt zu stärken und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Neben Quartiersentwicklung und Sozialraumarbeit können Freizeit­angebote, Veranstaltungen, Gremien wie Wohnbeiräte sowie Partizipation von Kindern und Jugendlichen oder Menschen mit Migrations­hintergrund dazu beitragen. Auch digitale Teilhabe, z.B. durch Digital-Lotsen oder öffentlich zugängliche digitale Endgeräte, ist zu gewährleisten. Ergänzt werden die Aktivitäten auch durch das vielfältige Engagement von Bürger­stiftungen, die in eigenen Projekten oder als Förderer für ihre Stadt oder Region aktiv sind und sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl in Bereichen wie Bildung, Kultur, Umwelt und soziale Hilfen einsetzen. 

Der Monitoring-Bericht 2025 zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Ende 2023 beschlossenen Bundes­strategie gegen Einsamkeit zeigt auf, was bisher politisch erreicht wurde. Einsamkeit ist als gesellschaftliches Problem anerkannt, ressortübergreifend strukturell verankert und kein Randthema mehr. Die Einzelmaßnahmen der Strategie wurden auf rund 140 ausgebaut. Typisch sind vielfältige lokale Begegnungsangebote und Programme für bestimmte Zielgruppen. Daten zur Verbreitung oder Entwicklung von Einsamkeit liefert das „Einsamkeitsbarometer 2024/25“. Danach hat sich Einsamkeit nach Corona verschärft und betrifft immer noch mehr als 10 % der Bevölkerung. Besonders betroffen sind junge Erwachsene und ältere Menschen über 75 Jahre sowie sozial benachteiligte Gruppen. Erhöhte Risiken haben Alleinlebende, Arbeitslose, Geringverdiener und pflegende Angehörige. Auch Menschen mit Migrations­geschichte sind besonders häufig betroffen. Generell berichten einsame Menschen auch von schlechterer Gesundheit. Wege aus der Einsamkeit können über soziale Kontakte, offene Gespräche, soziale Hobbys oder Ehrenämter führen. Insofern ist auf kommunaler Ebene auch eine einsamkeitssensible Quartiers- und Stadtentwicklung relevant. Das vorgesehene Modellprojekt „Präventive Hausbesuche“ an zwei Standorten im Kreis wird bisher noch nicht umgesetzt. Daraus können wertvolle Informationen zur Situation älterer Menschen in den Regionen generiert werden.

Nach einer neuen Studie des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität zu Lübeck zu Einsamkeit im Alter im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein fühlen sich rund ein Drittel der älteren Menschen in der Region einsam. Gründe für das Einsamkeitsgefühl sind soziale Isolation, eingeschränkte Mobilität, gesundheitliche Probleme, geringe finanzielle Mittel oder fehlende digitale Kompetenz. Auch der Verlust sozialer Beziehungen und strukturelle Defizite im Alltag erschweren die Teilhabe. Dem Land wird empfohlen, Mehrgenerationen­häuser zu stärken, digitale Wissensangebote und lokale Unterstützungsstrukturen wie „Dorfkümmerer“ und „SeniorTrainer“, die ihr Wissen ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen, gezielt auszubauen und durch Schulungen für das Thema zu sensibilisieren.

Mit einem Museumskonzept und einer ehrenamtlichen Koordination beabsichtigt der Kreis die vielfältige und heterogene Museumslandschaft z.B. bei der Vernetzung haupt- und ehrenamtlicher Strukturen, der Akquise von Fördermitteln oder der Erstellung eines Museumsverzeichnisses und Veranstaltungskalenders zu unterstützen. Kulturelle Bildung soll gefördert und für alle Altersklassen zugänglich gemacht werden. Im Kreis Pinneberg zielen viele Angebote darauf ab, soziale Kontakte zu fördern und die Selbstständigkeit zu stärken. Neben Sehenswürdigkeiten lassen sich Ausflugziele wie z.B. Naturschutz- und Naherholungs­gebiete entdecken. Der Veranstaltungs­kalender im Kreis basiert auf der Veranstaltungsdatenbank der Metropolregion Hamburg und gibt einen Überblick.

Aktivitäten für ein aktives soziales Leben und Freizeitgestaltung mit Begegnungen umfassen auch Vereins­aktivitäten, Sport, kulturelle Angebote und Ehrenämter. Es entstehen immer mehr inklusive Angebote. Im Bereich Naherholung und Tourismus wurde der Ochsenweg (Radfernweg entlang der bestehenden historischen Route) als eine der ältesten Handelsrouten Nordeuropas von Wedel bis nach Flensburg aufgewertet. Nach einer umfassenden Überarbeitung soll sie als Qualitäts-Radroute zertifiziert werden. Für das Projekt „Neues Baumschulmuseum“, das sich als einziges Museum im deutschsprachigen Raum speziell dem Thema Baumschulwirtschaft widmet, wurde 2025 eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Aus Mitteln des Landesprogramms Wirtschaft 2021 – 2027 (Nachhaltige integrierte Entwicklung des Tourismus in strukturschwachen Regionen Schleswig-Holsteins) wurde Anfang 2026 ein externer Dienstleister mit der Erstellung des Umsetzungskonzeptes beauftragt. Um sich über Angebote zu informieren, Aktivitäten zu planen und soziale Kontakte herzustellen, sind soziale Medien weiterhin relevant.

Das Erinnerungs­konzept des Kreises von 2022 benennt verschiedene Handlungsfelder, zentrales Element bildet die Netzwerk­arbeit mit den bestehenden kommunalen und vor allem ehrenamtlichen Strukturen. Die Kreisverwaltung unterstützt die verschiedenen Bündnisse und Projekte beratend und koordinierend. Ein wichtiges Instrument ist die Kreis-AG Erinnerungs­kultur als offenes Netzwerk zur Erhöhung der Reichweite und Wirkung der einzelnen Aktivitäten. Kreisweite Netzwerk­treffen finden zweimal jährlich statt und schaffen die Grundlage für größere gemeinsame Projekte. Ergänzend findet alle zwei bis drei Jahre eine Erinnerungs­konferenz statt, die den Austausch zwischen Politik, Bildung, Zivil­gesellschaft und Öffentlichkeit fördert und Impulse für die Weiterentwicklung der Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg setzt. Neben der Geschichte des Nationalsozialismus soll der Blick auf weitere historische Unrechtskontexte geweitet werden. Ziel ist eine plurale Erinnerungskultur, die unterschiedliche Themen, Perspektiven und Akteurinnen und Akteure einbezieht.

Ein weiterer Baustein der erinnerungs­kulturellen Arbeit ist die Auseinander­setzung mit der Rolle ehemaliger Repräsentanten des Kreises in der NS-Zeit. Bislang wurden zu zwei Landräten wissenschaftliche Gutachten erstellt. In den kommenden Jahren sollen weitere ehemalige Landräte und Kreis­präsidenten betrachtet werden, denen aufgrund ihres Geburts­jahrgangs bis einschließlich 1927 ein mögliches Handeln in der Zeit des National­sozialismus zugeschrieben werden kann. Im Zuge der wissenschaftlichen Aufarbeitung ist die bestehende Porträt­galerie der Landräte inhaltlich zu überprüfen. Die Galerie wird um eine erläuternde Texttafel sowie QR-Codes ergänzt, die den Zugang zu den vorliegenden Gutachten ermöglichen.

 

 

  • Beim Glücksatlas hatten die Menschen in Schleswig-Holstein lange Jahre die höchsten Werte, inzwischen wird nur noch Platz 5 belegt 
  • Insgesamt nimmt das Glücksgefühl in Schleswig-Holstein leicht ab, bleibt aber über dem Bundesdurchschnitt 
  • Schleswig-Holstein gilt dabei weiter als ein „Overperformer“, d.h. die subjektive Lebenszufriedenheit der Menschen liegt deutlich über der gemessenen objektiven Lebensqualität 
  • Auch die Städte Kiel und Lübeck haben es in die Top 20 zufriedensten Großstädte geschafft, auch sie gelten als „Overperformer“
  • Besonders die Familien- und Arbeitszufriedenheit sind in Schleswig-Holstein im Vergleich zum Bundesschnitt weiterhin überdurchschnittlich hoch 
  • Als einen Grund, warum in Schleswig-Holstein das Glücksgefühl sinkt, benennt die Studie, dass besonders bei Menschen, die auf dem Land leben, wenig Einkommen haben und alleinstehend sind, die Zufriedenheit deutlich abgenommen hat
  • In der IW-Studie von Mai 2026 zur Daseinsfürsorge werden alle Kommunen, bis auf einige ländliche Gebiete in der Elbmarsch und im nördlichen Bereich, als mindestens gut versorgt eingestuft; die Städte Elmshorn, Pinneberg und Barmstedt landen sogar unter den Top 100 von fast 11.000 Gemeinden in Deutschland

  • Das Statistische Landesamt hat die Erhebungen zu Übernachtungen überarbeitet, diese beinhaltet nun auch Campingplätze mit mehr als 10 Stellplätzen, aus diesem Grund ist ein Vergleich mit den Daten aus dem Vorjahr wenig sinnvoll 
  • In 2025 wurde insgesamt etwa 771.000 Übernachtungen im Kreisgebiet gezählt 
  • Die Zahl der Gäste lag bei ca. 302.500 
  • Die Insel Helgoland bleibt Spitzenreiter im Kreisgebiet mit 245.000 Übernachtungen und einer Gästezahl von 72.650 
  • Die Städte Elmshorn, Wedel, Quickborn und Pinneberg folgen in dieser Reihenfolge auf den weiteren Plätzen mit den höchsten Übernachtungszahlen

  • Bei den Mitgliedern in Sportvereinen wird mit über 83.400 Personen (+700 ggü. Vj.) Ende 2025 ein erneuter Höchstwert erreicht 
  • Bei den Erwachsenen steigen die Mitgliederzahlen auf über 50.600 Personen (+750 ggü. Vj.), besonders auffällt, dass die Anzahl der Mitglieder über 60 Jahre um über 1.000 zunimmt während sie bei allen anderen Altersgruppen über 18 Jahren abnimmt, es zeigt sich auch bei den Sportvereinen der demographische Wandel
  • Bei den Kindern und Jugendlichen sind diese minimal rückläufig auf 32.800 (-50 ggü. Vj.)
  • Die beiden größten Vereine im Kreisgebiet bleiben der Elmshorner MTV mit 5.830 Mitgliedern (+70 ggü. Vj) und der VfL Pinneberg mit 5.070 Personen (-280 ggü. Vj.) 
  • In der identischen Reihenfolge wie in den Vorjahren haben die Sparten Turnen, Fußball, Tennis, Handball und Pferdesport die meisten Mitglieder 
  • Etwa 25 % der Bevölkerung im Kreisgebiet sind in einem Sportverein (unverändert ggü. Vj.), den höchsten Organisationsgrad hat auch weiterhin die Insel Helgoland mit etwa 59 % (-4 % ggü. Vj.) 
  • In den Altersgruppen haben Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 14, gefolgt von den Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren, die höchsten Organisationsgrade

     

  • Die Dichte der Wohnmobile pro 1.000 Einwohnende liegt im Kreis bei 14 (unverändert ggü. Vj.), mit der neuen Verteilung zeigt sich, dass besonders im Umland Elmshorn, Umland Pinneberg und Raum Bönningstedt, Ellerbek, Hasloh die Werte am höchsten sind Bei Oldtimern liegt die Dichte bei 11 pro 1.000 Einwohnende (-3 ggü. Vj.), hier haben der nördliche Raum mit Barmstedt, Raum Bönningstedt, Ellerbek, Hasloh und Umland Elmshorn die höchsten Werte
  • Tendenziell ist die Dichte der Oldtimer und Wohnmobilen in ländlichen Gebieten höher als in den Städten und großen Gemeinden

Quellenangaben
Statistik Nord 2025 // SKL Glücksatlas / Uni Freiburg 2025 // Kreissportverband 2025 // Kreis Pinneberg 2025 // BMFSFJ Einsamkeitsbarometer 2024/25 // BMFSFJ Monitoring-Bericht Umsetzung Strategie gegen Einsamkeit 2024 // IW-Studie Geographien der Unzufriedenheit – Daseinsfürsorge 2026

Mitglieder in Sportvereinen

Quelle: Kreissportverband Pinneberg

Die Anzahl der Mitglieder in Sportvereinen steigt weiter an. Grund hierfür sind die gestiegenen Zahlen bei den Erwachsenen, besonders bei den über 60-Jährigen. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen ist minimal rückläufig. Die steigenden Mitgliederzahlen sind auch mit dem generellen Bevölkerungswachstum erklärbar. Die Kennzahl weist auf die gesellschaftliche Relevanz für sportliche Betätigung hin und ist zur Planung und Förderung von Sportangeboten relevant. Auch hier gilt es, den demographischen Wandel zunehmend zu berücksichtigen.

Übernachtungen

Quelle: Statistik Nord 2025

Die Übernachtungszahlen werden erstmals nicht nur in Beherbergungsbetrieben, sondern auch auf Campingplätzen erfasst. Spitzenreiter bleibt die Insel Helgoland, obwohl die Übernachtungen dort leicht rückläufig sind. In der Stadt Wedel sind die Übernachtungsmöglichkeiten deutlich erweitert worden. Um touristisch attraktiv zu bleiben, gilt es für den Kreis, die Infrastruktur im Rahmen seiner Möglichkeiten zu fördern.

Im Jahr 2026 gibt es keine Handlungsempfehlung aus dem Netzwerk der Sozialplanung für das Handlungsfeld Soziales Leben und Freizeit. Handlungsempfehlungen der Vorjahre bzw. für andere Handlungsfelder finden Sie hier .

Soziales Leben vor Ort findet im Alltag meist über persönliche Kontakte im näheren Wohnumfeld statt. Dennoch sind viele Menschen mit Einschränkungen, z.B. in ihrer Mobilität, von sozialer Isolation betroffen. Maßnahmen der Kommunen und anderer Institutionen zur Förderung der sozialen Teilhabe sollen allen Menschen – unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Einschränkungen – ein gleichberechtigtes Leben in der Gemeinschaft ermöglichen. Dafür sind Barrieren abzubauen, der Zusammenhalt zu stärken und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Neben Quartiersentwicklung und Sozialraumarbeit können Freizeit­angebote, Veranstaltungen, Gremien wie Wohnbeiräte sowie Partizipation von Kindern und Jugendlichen oder Menschen mit Migrations­hintergrund dazu beitragen. Auch digitale Teilhabe, z.B. durch Digital-Lotsen oder öffentlich zugängliche digitale Endgeräte, ist zu gewährleisten. Ergänzt werden die Aktivitäten auch durch das vielfältige Engagement von Bürger­stiftungen, die in eigenen Projekten oder als Förderer für ihre Stadt oder Region aktiv sind und sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl in Bereichen wie Bildung, Kultur, Umwelt und soziale Hilfen einsetzen. 

Der Monitoring-Bericht 2025 zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Ende 2023 beschlossenen Bundes­strategie gegen Einsamkeit zeigt auf, was bisher politisch erreicht wurde. Einsamkeit ist als gesellschaftliches Problem anerkannt, ressortübergreifend strukturell verankert und kein Randthema mehr. Die Einzelmaßnahmen der Strategie wurden auf rund 140 ausgebaut. Typisch sind vielfältige lokale Begegnungsangebote und Programme für bestimmte Zielgruppen. Daten zur Verbreitung oder Entwicklung von Einsamkeit liefert das „Einsamkeitsbarometer 2024/25“. Danach hat sich Einsamkeit nach Corona verschärft und betrifft immer noch mehr als 10 % der Bevölkerung. Besonders betroffen sind junge Erwachsene und ältere Menschen über 75 Jahre sowie sozial benachteiligte Gruppen. Erhöhte Risiken haben Alleinlebende, Arbeitslose, Geringverdiener und pflegende Angehörige. Auch Menschen mit Migrations­geschichte sind besonders häufig betroffen. Generell berichten einsame Menschen auch von schlechterer Gesundheit. Wege aus der Einsamkeit können über soziale Kontakte, offene Gespräche, soziale Hobbys oder Ehrenämter führen. Insofern ist auf kommunaler Ebene auch eine einsamkeitssensible Quartiers- und Stadtentwicklung relevant. Das vorgesehene Modellprojekt „Präventive Hausbesuche“ an zwei Standorten im Kreis wird bisher noch nicht umgesetzt. Daraus können wertvolle Informationen zur Situation älterer Menschen in den Regionen generiert werden.

Nach einer neuen Studie des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität zu Lübeck zu Einsamkeit im Alter im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein fühlen sich rund ein Drittel der älteren Menschen in der Region einsam. Gründe für das Einsamkeitsgefühl sind soziale Isolation, eingeschränkte Mobilität, gesundheitliche Probleme, geringe finanzielle Mittel oder fehlende digitale Kompetenz. Auch der Verlust sozialer Beziehungen und strukturelle Defizite im Alltag erschweren die Teilhabe. Dem Land wird empfohlen, Mehrgenerationen­häuser zu stärken, digitale Wissensangebote und lokale Unterstützungsstrukturen wie „Dorfkümmerer“ und „SeniorTrainer“, die ihr Wissen ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen, gezielt auszubauen und durch Schulungen für das Thema zu sensibilisieren.

Mit einem Museumskonzept und einer ehrenamtlichen Koordination beabsichtigt der Kreis die vielfältige und heterogene Museumslandschaft z.B. bei der Vernetzung haupt- und ehrenamtlicher Strukturen, der Akquise von Fördermitteln oder der Erstellung eines Museumsverzeichnisses und Veranstaltungskalenders zu unterstützen. Kulturelle Bildung soll gefördert und für alle Altersklassen zugänglich gemacht werden. Im Kreis Pinneberg zielen viele Angebote darauf ab, soziale Kontakte zu fördern und die Selbstständigkeit zu stärken. Neben Sehenswürdigkeiten lassen sich Ausflugziele wie z.B. Naturschutz- und Naherholungs­gebiete entdecken. Der Veranstaltungs­kalender im Kreis basiert auf der Veranstaltungsdatenbank der Metropolregion Hamburg und gibt einen Überblick.

Aktivitäten für ein aktives soziales Leben und Freizeitgestaltung mit Begegnungen umfassen auch Vereins­aktivitäten, Sport, kulturelle Angebote und Ehrenämter. Es entstehen immer mehr inklusive Angebote. Im Bereich Naherholung und Tourismus wurde der Ochsenweg (Radfernweg entlang der bestehenden historischen Route) als eine der ältesten Handelsrouten Nordeuropas von Wedel bis nach Flensburg aufgewertet. Nach einer umfassenden Überarbeitung soll sie als Qualitäts-Radroute zertifiziert werden. Für das Projekt „Neues Baumschulmuseum“, das sich als einziges Museum im deutschsprachigen Raum speziell dem Thema Baumschulwirtschaft widmet, wurde 2025 eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Aus Mitteln des Landesprogramms Wirtschaft 2021 – 2027 (Nachhaltige integrierte Entwicklung des Tourismus in strukturschwachen Regionen Schleswig-Holsteins) wurde Anfang 2026 ein externer Dienstleister mit der Erstellung des Umsetzungskonzeptes beauftragt. Um sich über Angebote zu informieren, Aktivitäten zu planen und soziale Kontakte herzustellen, sind soziale Medien weiterhin relevant.

Das Erinnerungs­konzept des Kreises von 2022 benennt verschiedene Handlungsfelder, zentrales Element bildet die Netzwerk­arbeit mit den bestehenden kommunalen und vor allem ehrenamtlichen Strukturen. Die Kreisverwaltung unterstützt die verschiedenen Bündnisse und Projekte beratend und koordinierend. Ein wichtiges Instrument ist die Kreis-AG Erinnerungs­kultur als offenes Netzwerk zur Erhöhung der Reichweite und Wirkung der einzelnen Aktivitäten. Kreisweite Netzwerk­treffen finden zweimal jährlich statt und schaffen die Grundlage für größere gemeinsame Projekte. Ergänzend findet alle zwei bis drei Jahre eine Erinnerungs­konferenz statt, die den Austausch zwischen Politik, Bildung, Zivil­gesellschaft und Öffentlichkeit fördert und Impulse für die Weiterentwicklung der Erinnerungskultur im Kreis Pinneberg setzt. Neben der Geschichte des Nationalsozialismus soll der Blick auf weitere historische Unrechtskontexte geweitet werden. Ziel ist eine plurale Erinnerungskultur, die unterschiedliche Themen, Perspektiven und Akteurinnen und Akteure einbezieht.

Ein weiterer Baustein der erinnerungs­kulturellen Arbeit ist die Auseinander­setzung mit der Rolle ehemaliger Repräsentanten des Kreises in der NS-Zeit. Bislang wurden zu zwei Landräten wissenschaftliche Gutachten erstellt. In den kommenden Jahren sollen weitere ehemalige Landräte und Kreis­präsidenten betrachtet werden, denen aufgrund ihres Geburts­jahrgangs bis einschließlich 1927 ein mögliches Handeln in der Zeit des National­sozialismus zugeschrieben werden kann. Im Zuge der wissenschaftlichen Aufarbeitung ist die bestehende Porträt­galerie der Landräte inhaltlich zu überprüfen. Die Galerie wird um eine erläuternde Texttafel sowie QR-Codes ergänzt, die den Zugang zu den vorliegenden Gutachten ermöglichen.

 

 

  • Beim Glücksatlas hatten die Menschen in Schleswig-Holstein lange Jahre die höchsten Werte, inzwischen wird nur noch Platz 5 belegt 
  • Insgesamt nimmt das Glücksgefühl in Schleswig-Holstein leicht ab, bleibt aber über dem Bundesdurchschnitt 
  • Schleswig-Holstein gilt dabei weiter als ein „Overperformer“, d.h. die subjektive Lebenszufriedenheit der Menschen liegt deutlich über der gemessenen objektiven Lebensqualität 
  • Auch die Städte Kiel und Lübeck haben es in die Top 20 zufriedensten Großstädte geschafft, auch sie gelten als „Overperformer“
  • Besonders die Familien- und Arbeitszufriedenheit sind in Schleswig-Holstein im Vergleich zum Bundesschnitt weiterhin überdurchschnittlich hoch 
  • Als einen Grund, warum in Schleswig-Holstein das Glücksgefühl sinkt, benennt die Studie, dass besonders bei Menschen, die auf dem Land leben, wenig Einkommen haben und alleinstehend sind, die Zufriedenheit deutlich abgenommen hat
  • In der IW-Studie von Mai 2026 zur Daseinsfürsorge werden alle Kommunen, bis auf einige ländliche Gebiete in der Elbmarsch und im nördlichen Bereich, als mindestens gut versorgt eingestuft; die Städte Elmshorn, Pinneberg und Barmstedt landen sogar unter den Top 100 von fast 11.000 Gemeinden in Deutschland

  • Das Statistische Landesamt hat die Erhebungen zu Übernachtungen überarbeitet, diese beinhaltet nun auch Campingplätze mit mehr als 10 Stellplätzen, aus diesem Grund ist ein Vergleich mit den Daten aus dem Vorjahr wenig sinnvoll 
  • In 2025 wurde insgesamt etwa 771.000 Übernachtungen im Kreisgebiet gezählt 
  • Die Zahl der Gäste lag bei ca. 302.500 
  • Die Insel Helgoland bleibt Spitzenreiter im Kreisgebiet mit 245.000 Übernachtungen und einer Gästezahl von 72.650 
  • Die Städte Elmshorn, Wedel, Quickborn und Pinneberg folgen in dieser Reihenfolge auf den weiteren Plätzen mit den höchsten Übernachtungszahlen

  • Bei den Mitgliedern in Sportvereinen wird mit über 83.400 Personen (+700 ggü. Vj.) Ende 2025 ein erneuter Höchstwert erreicht 
  • Bei den Erwachsenen steigen die Mitgliederzahlen auf über 50.600 Personen (+750 ggü. Vj.), besonders auffällt, dass die Anzahl der Mitglieder über 60 Jahre um über 1.000 zunimmt während sie bei allen anderen Altersgruppen über 18 Jahren abnimmt, es zeigt sich auch bei den Sportvereinen der demographische Wandel
  • Bei den Kindern und Jugendlichen sind diese minimal rückläufig auf 32.800 (-50 ggü. Vj.)
  • Die beiden größten Vereine im Kreisgebiet bleiben der Elmshorner MTV mit 5.830 Mitgliedern (+70 ggü. Vj) und der VfL Pinneberg mit 5.070 Personen (-280 ggü. Vj.) 
  • In der identischen Reihenfolge wie in den Vorjahren haben die Sparten Turnen, Fußball, Tennis, Handball und Pferdesport die meisten Mitglieder 
  • Etwa 25 % der Bevölkerung im Kreisgebiet sind in einem Sportverein (unverändert ggü. Vj.), den höchsten Organisationsgrad hat auch weiterhin die Insel Helgoland mit etwa 59 % (-4 % ggü. Vj.) 
  • In den Altersgruppen haben Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 14, gefolgt von den Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren, die höchsten Organisationsgrade

     

  • Die Dichte der Wohnmobile pro 1.000 Einwohnende liegt im Kreis bei 14 (unverändert ggü. Vj.), mit der neuen Verteilung zeigt sich, dass besonders im Umland Elmshorn, Umland Pinneberg und Raum Bönningstedt, Ellerbek, Hasloh die Werte am höchsten sind Bei Oldtimern liegt die Dichte bei 11 pro 1.000 Einwohnende (-3 ggü. Vj.), hier haben der nördliche Raum mit Barmstedt, Raum Bönningstedt, Ellerbek, Hasloh und Umland Elmshorn die höchsten Werte
  • Tendenziell ist die Dichte der Oldtimer und Wohnmobilen in ländlichen Gebieten höher als in den Städten und großen Gemeinden

Quellenangaben
Statistik Nord 2025 // SKL Glücksatlas / Uni Freiburg 2025 // Kreissportverband 2025 // Kreis Pinneberg 2025 // BMFSFJ Einsamkeitsbarometer 2024/25 // BMFSFJ Monitoring-Bericht Umsetzung Strategie gegen Einsamkeit 2024 // IW-Studie Geographien der Unzufriedenheit – Daseinsfürsorge 2026

Mitglieder in Sportvereinen

Quelle: Kreissportverband Pinneberg

Die Anzahl der Mitglieder in Sportvereinen steigt weiter an. Grund hierfür sind die gestiegenen Zahlen bei den Erwachsenen, besonders bei den über 60-Jährigen. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen ist minimal rückläufig. Die steigenden Mitgliederzahlen sind auch mit dem generellen Bevölkerungswachstum erklärbar. Die Kennzahl weist auf die gesellschaftliche Relevanz für sportliche Betätigung hin und ist zur Planung und Förderung von Sportangeboten relevant. Auch hier gilt es, den demographischen Wandel zunehmend zu berücksichtigen.

Übernachtungen

Quelle: Statistik Nord 2025

Die Übernachtungszahlen werden erstmals nicht nur in Beherbergungsbetrieben, sondern auch auf Campingplätzen erfasst. Spitzenreiter bleibt die Insel Helgoland, obwohl die Übernachtungen dort leicht rückläufig sind. In der Stadt Wedel sind die Übernachtungsmöglichkeiten deutlich erweitert worden. Um touristisch attraktiv zu bleiben, gilt es für den Kreis, die Infrastruktur im Rahmen seiner Möglichkeiten zu fördern.

Im Jahr 2026 gibt es keine Handlungsempfehlung aus dem Netzwerk der Sozialplanung für das Handlungsfeld Soziales Leben und Freizeit. Handlungsempfehlungen der Vorjahre bzw. für andere Handlungsfelder finden Sie hier .

Jugendliche laufen lachend durch einen Park
Jungs in Trikots umarmen sich

Archiv

Hier finden Sie die Berichte dieses Handlungsfeldes der vergangenen Jahre.

Soziales Leben und Freizeit Fokus 2025

Soziales Leben und Freizeit Fokus 2024

Leben und Freizeit Fokus 2023

Leben und Freizeit Fokus 2022