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Fokus 2026

Wohnen

Bevölkerungszuwachs und eine geringe Leerstandsquote zeigen weiterhin eine angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt im Kreis Pinneberg. Es besteht auch weiterhin ein hoher Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, gerade für Personen mit besonderen Anforderungen oder geringem Einkommen. Die Mietpreise im Kreisgebiet steigen weiter an. In den nächsten Jahren muss der ältere Gebäudebestand zum großen Teil saniert werden. Auch der Beratungsbedarf rund um das Thema Wohnen wird weiter zunehmen. Es bestehen nur begrenzte Einflussmöglichkeiten auf den Markt, daher nimmt der Kreis beim Thema Wohnen eher eine koordinierende Funktion wahr und unterstützt die handelnden Akteure, z.B. durch Vorstellung von Best-Practice-Beispielen.

Wohnsiedlung

Wechselwirkungen mit anderen Handlungsfeldern:

Mobilität Inklusion Arbeit Armut

162.300

Wohnungen

960

fertiggestellte Wohnungen

4.530

Sozialwohnungen

11,30 Euro

Neumiete pro qm

Im Kreis Pinneberg fallen bis 2030 über 1.500 Wohnungen aus der Sozialbindung, dies wird nur zu einem kleinen Teil durch Neubauten kompensiert. Dadurch verringert sich bezahlbarer Wohnraum und die ohnehin sehr angespannte Situation auf dem Wohnungs­markt verschärft sich bei vergleichsweise hohen Lebens­haltungskosten weiter. Die Schaffung neuer Wohnmöglichkeiten obliegt den Kommunen. Diese werden in der regelmäßig tagenden Bau- und Planungs­runde über aktuelle Themen informiert. In 2026 war das Thema „Wohnraum­entwicklung 2040 - Ableitungen aus der Haushaltsprognose und Ansätze für zukunfts- und bedarfsgerechten Wohnraum“. Die Vorstellung der kleinräumigen Bevölkerungsprognose für den Kreis bis 2040 bot Gelegenheit, das Thema Wohnraum und seine sozialen Aspekte in einer Werkstatt näher zu erörtern. Vorgestellt bzw. diskutiert wurden Themen wie inklusives barrierefreies Bauen, Flächen­bewirtschaftung, senioren­gerechtes Wohnen auf dem Land, die Gewinnung von Investoren oder der Baulandfonds und weitere Unterstützungs­angebote der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Der Kreis liegt bei der sozialen Wohnraumförderung weiter in den höchsten Stufen. Nach der Prognose wächst die Bevölkerung bis 2040 weiter an. Allerdings werden deutliche Verschiebungen in der Altersstruktur erwartet, die Gruppe der 0- bis 18-Jährigen verringert sich kontinuierlich, während die Gruppe der über 65-Jährigen auf 90.500 Personen ansteigt (aktuelle Demographiedaten). Diese Entwicklung vollzieht sich regional sehr unterschiedlich. Wie stark der Anstieg der Bevölkerung und damit auch der Haushalte verlaufen wird, ist auch abhängig von der Aktivierung von Flächen für den Wohnungsbau. Die Bedarfe verändern sich hin zu mehr kleineren, barrierefreien, preiswerten und gut an Versorgungs-, Dienstleistungs- und Mobilitäts­angebote angebundene Wohnungen. Die meisten Kommunen stehen vor der Herausforderung, neue Konzepte und geeignete Wohnraum­angebote für ältere Menschen umzusetzen. Dabei verhindern Regelungen zur Stellplatz­pflicht bei Wohngebäuden teilweise, dass benötigte kleinere Einheiten entstehen. 

Als Sonder­regelung, um Zeit und Kosten zu sparen, ist seit November 2025 der sog. Bau-Turbo in Kraft. Die Umsetzung in den Kommunen verläuft unterschiedlich, teilweise verständigen sich Verwaltung und Politik zunächst grundsätzlich, wann, wo und in welchem Umfang der Bau-Turbo angewendet werden soll. Um die Infrastruktur nicht zu überlasten, werden in einzelnen Gemeinden keine neuen Wohnraum­projekte beschlossen. 

Eine energetische Sanierung des verhältnismäßig alten Gebäude­bestandes im Kreis ist weiterhin erforderlich, wird aber durch gestiegene Baukosten und das Zurückfahren von Förder­programmen schwieriger. Auch in 2026 übernimmt der Kreis den Eigenanteil für bis zu 125 energetische Beratungen der Verbraucher­zentrale. Zusätzlich werden gemeinnützige Sportvereine beim Umstieg auf erneuerbare Energien und energetischen Sanierungen von Vereinsgebäuden bezuschusst, um langfristig Energiekosten zu reduzieren. Die Sanierung kommunaler und kreiseigener Gebäude wird ebenfalls noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. 

Information und Unterstützung für Wohnungslose und von Wohnungs­losigkeit bedrohte Menschen bieten die sozialen Beratungs­stellen der Diakonie. Dies kann z.B. Themen wie Miet-, Strom- oder Energieschulden, Kündigung, Räumung und die Suche nach einer Unterkunft, aber auch Sucht oder Gesundheit betreffen. Dabei zeigt sich, dass Vermietende Verträge teilweise ohne Kooperationsbereitschaft beenden, um zu einer höheren Miete neu zu vermieten. Neben offenen Sprechstunden werden Straßen­sozialarbeit und Einzelfall­hilfen angeboten. Zusätzlich wird ein mehrsprachiges Seminar zur selbst­verantwortlichen Wohnungssuche erfolgreich angeboten. Seit mehreren Jahren steigt die Zahl der Menschen, die Hilfe bei Wohnungsnot suchten, landesweit an. Im Kreis ist die Anzahl der durchgeführten Beratungen 2025 ggü. dem Vorjahr um mehr als 50 % gestiegen, etwa die Hälfte der Personen befand sich im Sozial­leistungsbezug. Mit Blick auf die Haushalts­struktur waren ca. drei Viertel der beratenen Personen alleinstehend.

Auch selbst organisierte, gemeinschaftliche oder genossen­schaftliche Wohnprojekte, wie sie z.B. der Verein FORUM Gemeinschaft­liches Wohnen mit einer Regionalstelle in Schleswig-Holstein bekannt macht oder Projektentwicklungs­gesellschaften planen und bauen, werden neue Impulse gegen die Wohnungsnot gesetzt. Die meisten dieser Vorhaben ermöglichen ein Zusammenleben mehrerer Altersgruppen und teilweise auch Gewerbe­treibender mit Gemeinschafts­flächen, die auch als Gästewohnungen genutzt werden können.

Menschen mit besonderen Bedarfen wie z.B. Behinderung, Wohnungslosigkeit oder Schufa-Einträgen sind besonders auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen und werden am Markt oft benachteiligt. Auch in Frauenhäusern, Wohngruppen oder Unterkünften werden keine Plätze frei, da Menschen keinen Wohnraum finden. 

Zur Unterstützung dieser Zielgruppen wurde das Konzept einer gemeinnützigen kommunalen Wohnraum­agentur zur Vermittlung und Sicherung von Wohnraum vorgeschlagen. Gemäß dem Haushalts­begleitbeschluss zum Doppelhaushalt 2025/26 wurde der Entwurf eines Businessplans vorgelegt. Als weitere Schritte finden ein Konsultations­verfahren mit den Kommunen und Gespräche mit potenziellen Akteuren statt.

Soziale Wohnraum­förderung wird inzwischen auch für sämtliche Wohnformen von Menschen mit Behinderung anerkannt. Im Bereich der besonderen Wohnformen können die reguläre Fördersummen übersteigenden Kosten von der Kosoz geprüft und als richtwert­übersteigende Kosten der Unterkunft über SGB IX anerkannt werden. Für das Wohnen außerhalb besonderer Wohnformen kommt die deutliche Erhöhung der Richtwerte für Kosten der Unterkunft (KdU) für die Refinanzierung neuer Angebote in positiver Weise zum Tragen. Generell fehlt es an bezahlbaren Grundstücken für Neubauten oder Bestands­gebäuden, deren Kauf oder Miete wirtschaftlich tragbar ist. Auch Wünsche nach mehr individuellem Wohnraum für ein selbst­bestimmtes Leben sind festzu­stellen. 

Zu ungedeckten Bedarfen und dem Diskussions­stand zum Themen­komplex Wohnen für Menschen mit Behinderung im Kreis hat die Beauftragte für Menschen mit Behinderung eine Zusammenfassung erstellt. Weitere Ausführungen sind im Handlungsfeld Inklusion zu finden.

Das Wohnungs­marktmonitoring der Metropol­region Hamburg befindet sich nach Besetzung der Projektleitung in der Umsetzungsphase. Derzeit wird das Datengerüst definiert und abgestimmt, danach werden die Daten erhoben.

  • Das Bevölkerungswachstum im Kreis führt zu mehr Haushalten und damit zu einem steigenden Wohnraumbedarf
  • Die Anzahl an Wohnungen im Kreisgebiet beträgt Ende 2024 etwa 162.300 (+1.350 ggü. Vj.) 
  • Weiterhin haben davon etwa 67 % eine Größe von drei bis fünf Zimmern (+2 % ggü. Vj.) 
  • Nur etwa 960 neue Wohnungen wurden in 2024 fertiggestellt (-580 ggü. Vj.), was einen deutlichen Rückgang darstellt 
  • Etwa 62 % der neuen Wohnungen hatten eine Größe von ein bis drei Zimmern (+7 % ggü. Vj.) 
  • Die Anzahl erteilter Baugenehmigungen für Wohnungen bleibt niedrig und sinkt 2024 weiter auf etwa 830 (-30 ggü. Vj.)
  • Die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohnende steigt in 2024 auf 46,5 qm (+1,0 qm ggü. Vj.) 
  • Die Eigentümerquote im Kreis wurde im Zensus 2022 mit 49,3 % ermittelt (-3,7 % ggü. Zensus 2011) 
  • Im Zensus 2022 wird für den Kreis eine Leerstandsquote von Wohnungen mit 2,2 % angegeben, deutlich unter dem Landesschnitt von 2,7 % 
  • Nach der aktuellen kleinräumigen Bevölkerungsprognose wird der Kreis bis 2030 auf etwa 330.000 Menschen anwachsen und bis 2040 auf diesem Niveau verbleiben, dies führt einerseits zu weiterem generellem Bedarf an Wohnraum und andererseits wird durch den demographischen Wandel der Bedarf besonders nach kleineren barrierearmen Wohneinheiten ansteigen
  • Die untergebrachten Wohnungslosen steigen Anfang 2025 auf 4.170 Menschen (+490 ggü. Vj.), es handelt sich hierbei um Personen, die in Sammelunterkünften oder z.B. Frauenhäusern untergebracht werden 
  • Etwa 32 % der wohnungslosen Menschen sind unter 18 Jahren (unverändert ggü. Vj.) und etwa 8 % über 60 Jahre alt (+1 % ggü. Vj.)
  • Der Anteil der Frauen und Mädchen bei den Wohnungslosen beträgt 46 % (+1 % ggü. Vj.) 
  • Etwa 91 % der untergebrachten Personen haben einen ausländischen Pass, hierbei zeigt sich die steigende Tendenz zur zentralen kommunalen Unterbringung

  • Die Anzahl der sozial geförderten Wohnungen sinkt Ende 2025 auf etwa 4.530 Einheiten (-290 ggü. Vj.), in 2023 waren es noch etwa 4.720 
  • Nach dem aktuellen Stand wird bis 2030 für etwa 30 % dieser Wohnungen die Bindungspflicht entfallen 
  • Das Verhältnis der sozial geförderten Wohnungen zu allen Wohnungen blieb in 2024 noch relativ konstant bei 2,97 % (+0,02 % ggü. Vj.); da die Anzahl der Wohnungen für 2025 noch nicht bekannt ist, gibt es den Wert aktuell nur für 2024, allerdings werden für 2025 sinkende Werte erwartet

  • Alle Preise für die größeren Kommunen im Kreis sind in der Tabelle angegeben  Kauf- und Mietpreise pro qm 2025
  • Bei bestehenden Einfamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen entwickeln sich die Preise uneinheitlich, vermutlich ist hier die Bausubstanz ein entscheidender Faktor 
  • Bei den Neubauten von Eigentumswohnungen steigen die Preise generell an 
  • Die umliegenden Städte und Gemeinden von Hamburg wie Schenefeld, Wedel, Rellingen oder Halstenbek bleiben die Spitzenreiter bei den Kaufpreisen
  • Die Preise für Neuvermietungen steigen in 2024 kreisweit deutlich auf 11,30 Euro pro qm an (+0,76 Euro ggü. Vj.) 
  • Die Kommunen im Hamburger Randgebiet haben 2024 weiterhin die höchsten Preise bei den Neuvermietungen, in allen größeren Kommunen im Kreis wird der Preis inzwischen mit mindestens 10 Euro pro qm angegeben

  • Zum Wohngeld liegen seit dem letzten Bericht keine neuen Informationen vor, daher werden noch einmal die Daten aus 2023 wiedergegeben 
  • Der durchschnittliche Anspruch auf Wohngeld steigt im Kreisgebiet in 2023 auf 339 Euro, es werden erstmals die Werte nach der Reform 2023 (Wohngeld Plus) berichtet, in der die Einkommensgrenzen und Freibeträge deutlich angehoben wurden, sodass ein Vergleich zu 2022 wenig sinnvoll ist 
  • Der Kreis Pinneberg liegt weiterhin deutlich über dem Durchschnitt des Landes von 302 Euro und des Bundes mit 297 Euro 
  • Die Zahl der Haushalte im Wohngeldbezug steigt Ende 2023 auf 3.860 (+1.770 ggü. Vj.)

Quellenangaben
Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2023, 2024, 2025 // IB.SH Mietmonitoring 2024, 2025 // Zensus 2022 // Landesbausparkasse Immobilienmarktatlas 2024

Anteil sozial geförderter Wohnungen an allen Wohnungen

Quellen: Statistikamt Nord, IB.SH

Der Anteil der sozial geförderten Wohnungen an allen Wohnungen hatte sich in 2024 noch leicht erhöht, generell pendelt der Wert in vergangenen Jahren zwischen etwa 2,8 % und 3,0 %. In 2025 hat sich die Zahl sozial geförderter Wohnungen um fast 300 verringert, die Gesamtzahl aller Wohnungen liegt noch nicht vor. Da aber nichts darauf hin deutet, dass diese rückläufig ist, wird sich der Anteilswert deutlich verringern. Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine Herausforderung.

Kauf- und Mietpreise pro qm 2025

Quellen: LBS-Immobilienmarktatlas / IB.SH Mietenmonitoring / Gutachterausschuss des Kreises Pinneberg

Besonders auffällig sind die steigenden Preise bei den Neuvermietungen, ansonsten gibt es keinen klaren Trend bei den Wohnpreisen und keine einheitliche Entwicklung. In den Regionen rund um die Metropole Hamburg werden weiterhin in allen Bereichen tendenziell die höchsten Preise aufgerufen. Bei bestehenden Wohnungen und Häusern sind in den Kommunen häufig die Lage und der energetische Sanierungsbedarf preisentscheidend. Bei Neubauten hängen die ermittelten Preise in den Kommunen auch davon ab, welche größeren Bauprojekte gerade fertigstellt wurden, für welche Zielgruppe und mit welcher Ausstattung diese vermarktet werden.

Im Jahr 2026 gibt es keine Handlungsempfehlung aus dem Netzwerk der Sozialplanung für das Handlungsfeld Wohnen. Handlungsempfehlungen der Vorjahre bzw. für andere Handlungsfelder finden Sie hier .

Im Kreis Pinneberg fallen bis 2030 über 1.500 Wohnungen aus der Sozialbindung, dies wird nur zu einem kleinen Teil durch Neubauten kompensiert. Dadurch verringert sich bezahlbarer Wohnraum und die ohnehin sehr angespannte Situation auf dem Wohnungs­markt verschärft sich bei vergleichsweise hohen Lebens­haltungskosten weiter. Die Schaffung neuer Wohnmöglichkeiten obliegt den Kommunen. Diese werden in der regelmäßig tagenden Bau- und Planungs­runde über aktuelle Themen informiert. In 2026 war das Thema „Wohnraum­entwicklung 2040 - Ableitungen aus der Haushaltsprognose und Ansätze für zukunfts- und bedarfsgerechten Wohnraum“. Die Vorstellung der kleinräumigen Bevölkerungsprognose für den Kreis bis 2040 bot Gelegenheit, das Thema Wohnraum und seine sozialen Aspekte in einer Werkstatt näher zu erörtern. Vorgestellt bzw. diskutiert wurden Themen wie inklusives barrierefreies Bauen, Flächen­bewirtschaftung, senioren­gerechtes Wohnen auf dem Land, die Gewinnung von Investoren oder der Baulandfonds und weitere Unterstützungs­angebote der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Der Kreis liegt bei der sozialen Wohnraumförderung weiter in den höchsten Stufen. Nach der Prognose wächst die Bevölkerung bis 2040 weiter an. Allerdings werden deutliche Verschiebungen in der Altersstruktur erwartet, die Gruppe der 0- bis 18-Jährigen verringert sich kontinuierlich, während die Gruppe der über 65-Jährigen auf 90.500 Personen ansteigt (aktuelle Demographiedaten). Diese Entwicklung vollzieht sich regional sehr unterschiedlich. Wie stark der Anstieg der Bevölkerung und damit auch der Haushalte verlaufen wird, ist auch abhängig von der Aktivierung von Flächen für den Wohnungsbau. Die Bedarfe verändern sich hin zu mehr kleineren, barrierefreien, preiswerten und gut an Versorgungs-, Dienstleistungs- und Mobilitäts­angebote angebundene Wohnungen. Die meisten Kommunen stehen vor der Herausforderung, neue Konzepte und geeignete Wohnraum­angebote für ältere Menschen umzusetzen. Dabei verhindern Regelungen zur Stellplatz­pflicht bei Wohngebäuden teilweise, dass benötigte kleinere Einheiten entstehen. 

Als Sonder­regelung, um Zeit und Kosten zu sparen, ist seit November 2025 der sog. Bau-Turbo in Kraft. Die Umsetzung in den Kommunen verläuft unterschiedlich, teilweise verständigen sich Verwaltung und Politik zunächst grundsätzlich, wann, wo und in welchem Umfang der Bau-Turbo angewendet werden soll. Um die Infrastruktur nicht zu überlasten, werden in einzelnen Gemeinden keine neuen Wohnraum­projekte beschlossen. 

Eine energetische Sanierung des verhältnismäßig alten Gebäude­bestandes im Kreis ist weiterhin erforderlich, wird aber durch gestiegene Baukosten und das Zurückfahren von Förder­programmen schwieriger. Auch in 2026 übernimmt der Kreis den Eigenanteil für bis zu 125 energetische Beratungen der Verbraucher­zentrale. Zusätzlich werden gemeinnützige Sportvereine beim Umstieg auf erneuerbare Energien und energetischen Sanierungen von Vereinsgebäuden bezuschusst, um langfristig Energiekosten zu reduzieren. Die Sanierung kommunaler und kreiseigener Gebäude wird ebenfalls noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. 

Information und Unterstützung für Wohnungslose und von Wohnungs­losigkeit bedrohte Menschen bieten die sozialen Beratungs­stellen der Diakonie. Dies kann z.B. Themen wie Miet-, Strom- oder Energieschulden, Kündigung, Räumung und die Suche nach einer Unterkunft, aber auch Sucht oder Gesundheit betreffen. Dabei zeigt sich, dass Vermietende Verträge teilweise ohne Kooperationsbereitschaft beenden, um zu einer höheren Miete neu zu vermieten. Neben offenen Sprechstunden werden Straßen­sozialarbeit und Einzelfall­hilfen angeboten. Zusätzlich wird ein mehrsprachiges Seminar zur selbst­verantwortlichen Wohnungssuche erfolgreich angeboten. Seit mehreren Jahren steigt die Zahl der Menschen, die Hilfe bei Wohnungsnot suchten, landesweit an. Im Kreis ist die Anzahl der durchgeführten Beratungen 2025 ggü. dem Vorjahr um mehr als 50 % gestiegen, etwa die Hälfte der Personen befand sich im Sozial­leistungsbezug. Mit Blick auf die Haushalts­struktur waren ca. drei Viertel der beratenen Personen alleinstehend.

Auch selbst organisierte, gemeinschaftliche oder genossen­schaftliche Wohnprojekte, wie sie z.B. der Verein FORUM Gemeinschaft­liches Wohnen mit einer Regionalstelle in Schleswig-Holstein bekannt macht oder Projektentwicklungs­gesellschaften planen und bauen, werden neue Impulse gegen die Wohnungsnot gesetzt. Die meisten dieser Vorhaben ermöglichen ein Zusammenleben mehrerer Altersgruppen und teilweise auch Gewerbe­treibender mit Gemeinschafts­flächen, die auch als Gästewohnungen genutzt werden können.

Menschen mit besonderen Bedarfen wie z.B. Behinderung, Wohnungslosigkeit oder Schufa-Einträgen sind besonders auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen und werden am Markt oft benachteiligt. Auch in Frauenhäusern, Wohngruppen oder Unterkünften werden keine Plätze frei, da Menschen keinen Wohnraum finden. 

Zur Unterstützung dieser Zielgruppen wurde das Konzept einer gemeinnützigen kommunalen Wohnraum­agentur zur Vermittlung und Sicherung von Wohnraum vorgeschlagen. Gemäß dem Haushalts­begleitbeschluss zum Doppelhaushalt 2025/26 wurde der Entwurf eines Businessplans vorgelegt. Als weitere Schritte finden ein Konsultations­verfahren mit den Kommunen und Gespräche mit potenziellen Akteuren statt.

Soziale Wohnraum­förderung wird inzwischen auch für sämtliche Wohnformen von Menschen mit Behinderung anerkannt. Im Bereich der besonderen Wohnformen können die reguläre Fördersummen übersteigenden Kosten von der Kosoz geprüft und als richtwert­übersteigende Kosten der Unterkunft über SGB IX anerkannt werden. Für das Wohnen außerhalb besonderer Wohnformen kommt die deutliche Erhöhung der Richtwerte für Kosten der Unterkunft (KdU) für die Refinanzierung neuer Angebote in positiver Weise zum Tragen. Generell fehlt es an bezahlbaren Grundstücken für Neubauten oder Bestands­gebäuden, deren Kauf oder Miete wirtschaftlich tragbar ist. Auch Wünsche nach mehr individuellem Wohnraum für ein selbst­bestimmtes Leben sind festzu­stellen. 

Zu ungedeckten Bedarfen und dem Diskussions­stand zum Themen­komplex Wohnen für Menschen mit Behinderung im Kreis hat die Beauftragte für Menschen mit Behinderung eine Zusammenfassung erstellt. Weitere Ausführungen sind im Handlungsfeld Inklusion zu finden.

Das Wohnungs­marktmonitoring der Metropol­region Hamburg befindet sich nach Besetzung der Projektleitung in der Umsetzungsphase. Derzeit wird das Datengerüst definiert und abgestimmt, danach werden die Daten erhoben.

  • Das Bevölkerungswachstum im Kreis führt zu mehr Haushalten und damit zu einem steigenden Wohnraumbedarf
  • Die Anzahl an Wohnungen im Kreisgebiet beträgt Ende 2024 etwa 162.300 (+1.350 ggü. Vj.) 
  • Weiterhin haben davon etwa 67 % eine Größe von drei bis fünf Zimmern (+2 % ggü. Vj.) 
  • Nur etwa 960 neue Wohnungen wurden in 2024 fertiggestellt (-580 ggü. Vj.), was einen deutlichen Rückgang darstellt 
  • Etwa 62 % der neuen Wohnungen hatten eine Größe von ein bis drei Zimmern (+7 % ggü. Vj.) 
  • Die Anzahl erteilter Baugenehmigungen für Wohnungen bleibt niedrig und sinkt 2024 weiter auf etwa 830 (-30 ggü. Vj.)
  • Die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohnende steigt in 2024 auf 46,5 qm (+1,0 qm ggü. Vj.) 
  • Die Eigentümerquote im Kreis wurde im Zensus 2022 mit 49,3 % ermittelt (-3,7 % ggü. Zensus 2011) 
  • Im Zensus 2022 wird für den Kreis eine Leerstandsquote von Wohnungen mit 2,2 % angegeben, deutlich unter dem Landesschnitt von 2,7 % 
  • Nach der aktuellen kleinräumigen Bevölkerungsprognose wird der Kreis bis 2030 auf etwa 330.000 Menschen anwachsen und bis 2040 auf diesem Niveau verbleiben, dies führt einerseits zu weiterem generellem Bedarf an Wohnraum und andererseits wird durch den demographischen Wandel der Bedarf besonders nach kleineren barrierearmen Wohneinheiten ansteigen
  • Die untergebrachten Wohnungslosen steigen Anfang 2025 auf 4.170 Menschen (+490 ggü. Vj.), es handelt sich hierbei um Personen, die in Sammelunterkünften oder z.B. Frauenhäusern untergebracht werden 
  • Etwa 32 % der wohnungslosen Menschen sind unter 18 Jahren (unverändert ggü. Vj.) und etwa 8 % über 60 Jahre alt (+1 % ggü. Vj.)
  • Der Anteil der Frauen und Mädchen bei den Wohnungslosen beträgt 46 % (+1 % ggü. Vj.) 
  • Etwa 91 % der untergebrachten Personen haben einen ausländischen Pass, hierbei zeigt sich die steigende Tendenz zur zentralen kommunalen Unterbringung

  • Die Anzahl der sozial geförderten Wohnungen sinkt Ende 2025 auf etwa 4.530 Einheiten (-290 ggü. Vj.), in 2023 waren es noch etwa 4.720 
  • Nach dem aktuellen Stand wird bis 2030 für etwa 30 % dieser Wohnungen die Bindungspflicht entfallen 
  • Das Verhältnis der sozial geförderten Wohnungen zu allen Wohnungen blieb in 2024 noch relativ konstant bei 2,97 % (+0,02 % ggü. Vj.); da die Anzahl der Wohnungen für 2025 noch nicht bekannt ist, gibt es den Wert aktuell nur für 2024, allerdings werden für 2025 sinkende Werte erwartet

  • Alle Preise für die größeren Kommunen im Kreis sind in der Tabelle angegeben  Kauf- und Mietpreise pro qm 2025
  • Bei bestehenden Einfamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen entwickeln sich die Preise uneinheitlich, vermutlich ist hier die Bausubstanz ein entscheidender Faktor 
  • Bei den Neubauten von Eigentumswohnungen steigen die Preise generell an 
  • Die umliegenden Städte und Gemeinden von Hamburg wie Schenefeld, Wedel, Rellingen oder Halstenbek bleiben die Spitzenreiter bei den Kaufpreisen
  • Die Preise für Neuvermietungen steigen in 2024 kreisweit deutlich auf 11,30 Euro pro qm an (+0,76 Euro ggü. Vj.) 
  • Die Kommunen im Hamburger Randgebiet haben 2024 weiterhin die höchsten Preise bei den Neuvermietungen, in allen größeren Kommunen im Kreis wird der Preis inzwischen mit mindestens 10 Euro pro qm angegeben

  • Zum Wohngeld liegen seit dem letzten Bericht keine neuen Informationen vor, daher werden noch einmal die Daten aus 2023 wiedergegeben 
  • Der durchschnittliche Anspruch auf Wohngeld steigt im Kreisgebiet in 2023 auf 339 Euro, es werden erstmals die Werte nach der Reform 2023 (Wohngeld Plus) berichtet, in der die Einkommensgrenzen und Freibeträge deutlich angehoben wurden, sodass ein Vergleich zu 2022 wenig sinnvoll ist 
  • Der Kreis Pinneberg liegt weiterhin deutlich über dem Durchschnitt des Landes von 302 Euro und des Bundes mit 297 Euro 
  • Die Zahl der Haushalte im Wohngeldbezug steigt Ende 2023 auf 3.860 (+1.770 ggü. Vj.)

Quellenangaben
Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2023, 2024, 2025 // IB.SH Mietmonitoring 2024, 2025 // Zensus 2022 // Landesbausparkasse Immobilienmarktatlas 2024

Anteil sozial geförderter Wohnungen an allen Wohnungen

Quellen: Statistikamt Nord, IB.SH

Der Anteil der sozial geförderten Wohnungen an allen Wohnungen hatte sich in 2024 noch leicht erhöht, generell pendelt der Wert in vergangenen Jahren zwischen etwa 2,8 % und 3,0 %. In 2025 hat sich die Zahl sozial geförderter Wohnungen um fast 300 verringert, die Gesamtzahl aller Wohnungen liegt noch nicht vor. Da aber nichts darauf hin deutet, dass diese rückläufig ist, wird sich der Anteilswert deutlich verringern. Bezahlbarer Wohnraum bleibt eine Herausforderung.

Kauf- und Mietpreise pro qm 2025

Quellen: LBS-Immobilienmarktatlas / IB.SH Mietenmonitoring / Gutachterausschuss des Kreises Pinneberg

Besonders auffällig sind die steigenden Preise bei den Neuvermietungen, ansonsten gibt es keinen klaren Trend bei den Wohnpreisen und keine einheitliche Entwicklung. In den Regionen rund um die Metropole Hamburg werden weiterhin in allen Bereichen tendenziell die höchsten Preise aufgerufen. Bei bestehenden Wohnungen und Häusern sind in den Kommunen häufig die Lage und der energetische Sanierungsbedarf preisentscheidend. Bei Neubauten hängen die ermittelten Preise in den Kommunen auch davon ab, welche größeren Bauprojekte gerade fertigstellt wurden, für welche Zielgruppe und mit welcher Ausstattung diese vermarktet werden.

Im Jahr 2026 gibt es keine Handlungsempfehlung aus dem Netzwerk der Sozialplanung für das Handlungsfeld Wohnen. Handlungsempfehlungen der Vorjahre bzw. für andere Handlungsfelder finden Sie hier .

eingerüstetes Wohnhaus
Treppen und Rampe zu Hauseingang

Archiv

Hier finden Sie die Berichte dieses Handlungsfeldes der vergangenen Jahre.

Wohnen Fokus 2025

Wohnen Fokus 2024

Wohnen Fokus 2023

Wohnen Fokus 2022